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Immissionsschutz Luft

Luftschadstoffsituation in Bergisch Gladbach

Auf der Grundlage bundesgesetzlicher Regelungen ist die Luftqualität im Gebiet von Nordrhein-Westfalen durchgängig vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) durch Messung oder Modellrechnung zu überwachen (§ 44 Abs. 1 Bundesimmissionsschutzgesetz-BImSchG). Wird dabei durch qualifizierte Messungen, ggf. in Kombination mit Modellrechnungen festgestellt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte überschritten werden, müssen diese Überschreitungen mit allen erforderlichen Daten über die obersten Landes- und Bundesfachbehörden der EU-Kommission mitgeteilt werden.

Die Luftqualität der Stadt Bergisch Gladbach entspricht der lufthygienischen Situation einer Ballungsrandzone. Der Einfluss der Schadstoffeinträge aus industriellen Anlagen und dem privaten Hausbrand ist deutlich erkennbar und gut vergleichbar mit anderen Randzonen benachbarter Ballungsgebiete. Der Einfluss des Individualverkehrs ist in Abhängigkeit der Verkehrsströme und der Anteile des Schwerlastverkehrs ist sichtbar und wurde auch mittels durchgeführter Messungen des Rheinisch-Bergischen Kreises und dem Landesumweltamt, aus den Jahren 1987 bis 1999, festgestellt. Die Ergebnisse stellten damals allerdings keine unzulässig hohe Belastung im Stadtgebiet der Stadt Bergisch Gladbach fest.

In den vergangenen Jahren wurde an einigen Standorten mittels kleinräumiger und punktueller Immissionsprognosen die verkehrsbedingte Luftschadstoffimmission gutachterlich untersucht. Im November 2017 wurde ein Luftschadstoffscreening, entlang stark belasteter Straßen - in Abhängigkeit von Verkehrsmenge, der Verkehrszusammensetzung, den zulässigen Kfz-Emissionen, der Bebauungsdichte und Belüftungssituation etc. -, durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass im Stadtgebiet Bergisch Gladbach hohe verkehrsbedingte Luftschadstoffe, vor allem der Stickstoffdioxidkonzentration, auftreten können. Die Einhaltung des Grenzwertes gemäß der 39. BImSchV für den Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) ist nicht gewährleistet.

Vor diesem Hintergrund werden seit Januar 2019 mittels sogenannter Passivsammlers die Stickstoffdioxidkonzentration an verschiedenen Standorten ermittelt. Alle Standorte befinden sich in der Stadtmitte. 5 Passivsammler werden von der Stadt und 1 Passivsammler vom LANUV betrieben.
Das angewandte Messverfahren dient der Ermittlung der Jahresmittelkonzentration.
Die Konzentration unterliegt in Abhängigkeit der Jahreszeiten und den damit verbundenen Wind- und Wetterverhältnissen starken Schwankungen. In der Regel sind nach einer Messperiode von 6 Monate erste Rückschlüsse auf den Jahresmittelwert möglich, wobei der Anteil an Sommer- und Wintermonaten jeweils 50% betragen sollte. Vor diesem Hintergrund wurden Ergebnisse der städtischen Passivsammler aus dem ersten Messhalbjahr dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr am 11.09.2019 mit-geteilt. Der bisher ungewichtete Halbjahresmittelwert der Messungen überschreitet den Jahresmittelgrenzwert für NO2 von 40 µg/m³ nicht.
Nach Beendigung des geplanten Messzeitraumes (Januar 2020) werden die Messergebnisse gutachterlich ausgewertet und anschließend dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr mitgeteilt.
Die Messwerte der landeseigenen Messeinrichtung werden vom LANUV bekanntgegeben.