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Feierstunde im Rathaus Bensberg für vier verschiedene Projekte mit Heimatbezug

Musik, Festrede, Preisverleihung – das waren die Zutaten für die Heimat-Preis-Verleihung am Sonntag, den 20. Februar 2022, im Ratssaal in Bensberg. Bürgermeister Frank Stein zeichnete in der rund 70-minütigen Feierstunde die die vier Gewinner des Heimat-Preises 2021 aus. Musikalisch begrüßt wurden die rund 40 Gäste von Pascal Lüders mit Liedern über das Stadtviertel, das Heimatgefühl und die rheinisch-bergische Mentalität.

Musikalisch begrüßt wurden die rund 40 Gäste von Pascal Lüders mit Liedern über das Stadtviertel, das Heimatgefühl und die rheinisch-bergische Mentalität.

„Es gibt kein Ranking oder erste Plätze, alle Projekte haben die Auszeichnung gleichermaßen verdient“, betonte Frank Stein zu Beginn der Rede. Gemeinsam mit der Jury aus Mitgliedern des Rates und der Stadtgesellschaft waren die eingegangenen Bewerbungen gesichtet und bewertet worden.

Frank Stein führte in seiner Rede aus, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement als Rückgrat der Gesellschaft sei. „Das Ehrenamt schafft sowohl eine breite Vereins- und Verbandsstruktur als auch einen engen Zusammenhalt und Heimatbewusstsein.“ Zudem verstehe er unter Ehrenamt auch Eigeninitiative und Eigenverantwortung, was sich auch bei den Preisträgern zeige.

Die Preisträger des Heimat-Preises 2021:
Die Gebärdensprache-AG der Gemeinschaftsgrundschule Hebborn

Nacheinander bat der Bürgermeister die Siegerinnen und Sieger auf die Bühne. Den Auftakt machte die Gebärdensprache-AG der Gemeinschaftsgrundschule Hebborn. Grundschüler Jonas erläuterte, wieso es dieses Projekt gibt. „Wir hatten eine Mitschülerin, die uns nur über Gebärdensprache verstehen konnte. Wir mussten immer den Dolmetscher einschalten, wenn wir mit ihr auf dem Schulhof spielen wollten.

Das war zu umständlich und so haben wir die Idee entwickelt, selbst diese Sprache mit Gestik zu lernen“, erklärte der Grundschüler souverän im Interview mit dem Bürgermeister. Das inklusive Projekt, bei dem es im Kern um das spielerische Erlernen der Gebärdensprache bereits im Grundschulalter geht, wurde von der Katholischen Jugendagentur Oberberg, Rhein-Berg, Leverkusen unterstützt. Im Unterricht wurden den Schülerinnen und Schülern sogar ganze Liedtexte beigebracht, die sie nun „zweisprachig singen“ können. „Was mich beeindruckt hat, war die Tatsache, dass die Kinder einen immerwährenden Wissenshunger hatten und immer sehr motiviert bei der Sache waren“, so beschrieb Katharina Kaul als Vertreterin der Katholischen Jugendagentur die Zusammenarbeit mit den Grundschülerinnen und Grundschülern. „Ich war und bin sehr positiv überrascht über meine Schülerinnen und Schüler, die oft auch nach Schulschluss in der Schule waren um diese Art der Kommunikation zu erlernen. Umso mehr freut es mich auch, dass sie das Erlernte weiter vertiefen wollen, trotz des Schulwechsels im Sommer“, so der Schulleiter Manfred Herrmann im Gespräch mit dem Bürgermeister.

Die Kinder freuten sich gemeinsam mit den Betreuern der Arbeitsgemeinschaft sehr über die Auszeichnung, was alle Anwesenden sichtlich Freude bereitete sie dabei zu beobachten.

Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald

Mit dem seit 2008 aktiven Freundeskreis Gartensiedlung Gronauerwald erhält eine Bürgerinitiative den Heimat-Preis. Im Kern geh es um den Erhalt und die Pflege der Siedlung in Gronau. Diese wurde vor 125 Jahren gegründet, damals von der Familie Zanders als Wohn- und Lebensort für die Fabrikangehörigen. „Das Thema ist bis heute aktuell: Wie lebt man in der Gemeinschaft, was wird erhalten und was muss besonders geschützt werden“, resümierte Frank Stein. Dabei liegt der Fokus in erster Linie auf der Wahrung des Siedlungscharakters, aber auch das Miteinander wird gepflegt. Oft wird beides auch miteinander verbunden, wie Frank Grobolschek stellvertretend für die Vereinsmitglieder erläuterte.
Ariane von Britton ging während des Gesprächs mit dem Bürgermeister auch darauf ein, dass die Siedlung auch für die Bergisch Gladbacher Geschichte einen hohen Stellenwert habe und eine der wenigen Gartensiedlungen ist, die heute noch so gut erhalten sei. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Heimat-Preis mit unserem Projekt gewonnen haben und dies auch noch im Jubiläumsjahr“, ergänzte Siedlungsmitstreiter Till Erdmenger.

Schnubbel e.V.

Ein Projekt, das es aufgrund der Corona-Pandemie gibt, ist „Mein Sommer“. Die Idee kam vom 2020 gegründeten Schnubbel e.V.: Hier organisierten sich Aktive in der Jugendarbeit in Bergisch Gladbach, um in den Sommerferien 2021 für Kinder und Jugendliche corona-konforme Freizeitgestaltung zu organisieren und zu finanzieren. Martin Pigorsch und seine Mitstreiter erreichten somit viele Kinder und Jugendliche und profitierten von der Hilfe von unterschiedlichen Kooperationspartnern.

Das abwechslungsreiche Programm konnte dank vieler Spenden die Teilnehmenden kostenfrei durchgeführt werden. „Wir konnten bei der Planung auf ein besonders gutes Netzwerk der Jugendverbände zurückgreifen, sodass dieses Projekt auch sehr schnell umgesetzt werden konnte“, erläuterte Fabian Winkelmann weiter. „Und das soll auch in den Sommerferien 2022 noch einmal als Angebot umgesetzt werden“, avisierten die Preisträger.

Garten-AG des Gymnasiums Herkenrath

Das wichtige Thema Natur wird am Gymnasium Herkenrath bereits seit 2013 thematisiert und in einer Arbeitsgemeinschaft umgesetzt. Die 15 Mädchen und ein Jungen kümmern sich gemeinsam mit Lehrer Niko Ruhe um ein großes Grundstück neben dem Schulgelände. Dieses hat die Katholische Kirche zur Verfügung gestellt.

In Kooperation mit dem Rheinisch-Bergischer Naturschutzverein (RBN) und den Klima-Freunden Rhein-Berg entstand eine Obstwiese in Herkenrath, die auch in den kommenden Jahren weiter ergänzt und gepflegt werden soll. „Ich freue mich schon auf die Himbeeren“, erklärte AG-Mitglied Franziska im Gespräch mit Bürgermeister Frank Stein. Durch die Fachleute konnten die Jugendlichen viel übers Gärtnern und den Obstanbau lernen. Ab Mitte März geht es ins zweite Projektjahr und alle sind schon ganz gespannt, was wachsen und gedeihen kann.

„Es ist erstmals, dass viele Akteure zusammen agieren“, betonten Mark vom Hofe und Regina Häusler von den Kooperationspartnern. In ihren Dankesworten stellten die Preisträger heraus, dass man durch die Kooperationen nicht nur etwas Gemeinschaftliches erarbeitet habe, sondern auch viel von den jeweiligen Partnern lernen konnte. „Ich freue mich, dass die Arbeit der Schülerinnen und Schülern so gewürdigt wird und zeigt, dass die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie heute einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft haben“, so der Schulleiter Dieter Müller des Gymnasiums Herkenrath.

Zum Abschluss der Feierstunde resümierte Bürgermeister Frank Stein: „Ich gratuliere allen Gewinnern zum Heimatpreis und bin begeistert von den tollen Projekten, die Sie alle auf die Beine gestellt haben. Menschen wie Sie braucht unsere Gesellschaft, denn ohne Ehrenamt würden ganz viele Dinge, die uns oft so selbstverständlich erscheinen, auf der Strecke bleiben.“

Die Preisträger des Heimat-Preises 2021 

  • Die Gebärdensprache-AG der Gemeinschaftsgrundschule Hebborn erhält den Heimat-Preis 2021 für ihr inklusives Projekt, dem spielerischen Erlernen der Gebärde bereits im Grundschulalter. Diese AG wurde dabei von der Katholischen Jugendagentur Oberberg, Rhein-Berg, Leverkusen unterstützt.
  • Schnubbel e.V. erhält den Heimat-Preis für das Projekt „Mein Sommer“. Das Projekt wurde von Jugendlichen für Kinder und Jugendliche gestaltet, sodass mit Hilfe von mehreren Kooperationspartnern ein abwechslungsreiches Programm gestaltet werden konnte, das für das junge Publikum kostenfrei zugänglich war.
  • Der Freundeskreis Gartensiedlung Gronauerwald erhält den Heimat-Preis für den Erhalt und Pflege der Siedlung in Gronau. Dabei liegt der Fokus zwar auf dem Erhalt der Siedlung und ihrem Charakter, aber auch das Miteinander wird gepflegt, und oft werden diese beiden Dinge auch miteinander verbunden.
  • Das Gymnasium Herkenrath gewinnt in Kooperation mit dem Rheinischen Natuschutzverein und den Klima Freunden Rhein-Berg den Heimatpreis für die Bepflanzung einer Obstwiese in Herkenrath, die in den kommenden Jahren weiter bepflanzt und gepflegt werden soll.

Fragen zum Heimat-Preis und ihre Antworten

Was ist der Heimatpreis?

Der Heimat-Preis wurde 2018 vom Land NRW eingeführt und wird dieses Jahr zum zweiten Mal in Bergisch Gladbach verliehen. Mit ihm sollen nachahmenswerte Projekte oder nachahmenswertes Engagement im Bereich Heimat unterstützt werden – finanziell und durch Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Informationen zum Heimat-Preis und zu den Preisträgern

Gibt es einen Themenschwerpunkt für den Heimatpreis?

Nein, in diesem Jahr nicht. Das Projekt/Engagement kann in einem der anbei skizzierten Bereiche oder in einem anderen Heimatbereich liegen.

  • Pflege der Heimat: Ihre Arbeit legt besonderen Wert auf die Pflege der Heimat, zum Beispiel durch den Erhalt von Denkmälern, der Natur oder macht sie erlebbar.
  • Stadtgeschichte: Ihr Engagement bewahrt die Stadtgeschichte? Vielleicht in Schriftform, vielleicht durch den Erhalt von Häusern, vielleicht durch etwas ganz Anderes.
  • Tradition und Brauchtum: Zeigen Sie, welche Traditionen und Brauchtümer es in Bergisch Gladbach gibt und wie sie bewahrt und gelebt werden können.
  • Lokale Kultur: Ihr Projekt zeigt, wie Kultur zu Bergisch Gladbach gehört oder Ihr kultureller Beitrag ohne die Stadt nie entstanden wäre.
  • Nachbarschaftswesen: Ohne Gemeinschaften und das soziale Miteinander kann Bergisch Gladbach kaum als Heimat erlebt werden. Welchen Beitrag leistet Ihr Engagement?
  • Innovation und sonstige Beiträge: Welchen nachahmenswerten oder wertvollen Beitrag leisten Sie für Ihre Heimat Bergisch Gladbach? Es könnte zum Beispiel um Nachhaltigkeit gehen oder um die kleine Idee, die hilft, dass sich alle mit Bergisch Gladbach identifizieren können.

Wer kann sich bewerben?

Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine können sich mit dem Teilnahmeformular bewerben. Es gibt zwei Preiskategorien. Für die erste Kategorie können sich Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine bewerben, bei denen das Engagement von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 30 Jahren) im Vordergrund steht. Der Gewinner dieser Kategorie stellt sich auch dem Wettbewerb um den Landespreis.

Für die zweite Preiskategorie können sich alle Bergisch Gladbacher und Bergisch Gladbacherinnen bewerben.

Wie kann ich mich, wie kann sich unsere Gruppe, unser Verein bewerben?

Bitte füllen Sie das Anmeldeformular aus und senden Sie es unterschreiben

per E-Mail an: heimat@dda6d48e548e444b934452bd8c22c046stadt-gl.de,

oder per Post an:

Stadt Bergisch Gladbach
Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit
Stichwort: Heimat-Preis
Konrad-Adenauer-Platz 1
51465 Bergisch Gladbach.

Gerne dürfen Sie uns einen „Nachweis“ per E-Mail senden, zum Beispiel Fotos, Zeitungsartikel, ein Plakat, einen Link zu einer Homepage oder einer Facebook-Seite oder andere Nachweise.

Kann ich auch andere vorschlagen?

Ja, das geht auch. Hierzu schreiben Sie bitte eine formlose E-Mail an heimat@44ee1734b0fd43b089462dddef1d1daastadt-gl.de, in der die Person, Gruppe oder der Verein genannt werden und das Projekt/Engagement grob beschrieben wird.

Bis wann kann ich mich bewerben?

Die Bewerbungsfrist für den Heimatpreis 2021 ist abgelaufen.

Darf das Projekt / Engagement schon abgeschlossen sein?

Ja, allerdings nicht vor dem 31.12.2019.

Was haben die Preisträger von dem Preis?

Insgesamt stehen 5.000 € als Preisgeld zur Verfügung. Davon sind 3.000 € für die erste Preiskategorie und 2.000 € für die zweite Preiskategorie. Die Jury kann in den Kategorien bis zu drei Preisträger bestimmen und deren Anteil am Preisgeld festlegen. Das Preisgeld wird im Rahmen einer Preisverleihung überreicht. Vermutlich findet sie im November statt. Aufgrund der Corona-Pandemie kann im Moment noch nicht gesagt werden, wie sie genau aussehen wird. Den Preisträgern soll damit auch eine Plattform geboten werden, Ihr Projekt/Engagement einem größeren Kreis bekannt zu machen und weitere Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern.

Der Gewinner der ersten Preiskategorie stellt sich zudem dem Wettbewerb auf Landesebene.

Woher kommt das Preisgeld?

Das Preisgeld wird uns vom Land NRW zur Verfügung gestellt. Daher kommt auch die Bedingung, dass sich der Gewinner der ersten Preiskategorie dem Wettbewerb auf Landesebene stellt.

Weitere Informationen des Landes NRW zum Heimat-Preis

Wer entscheidet über die Preisträger?

Die Entscheidung trifft eine zehnköpfige Jury. Der Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, Frank Stein, leitet die Jury und benennt drei Mitglieder aus der Gesellschaft. Zudem stellen alle Fraktionen im Rat jeweils einen Vertreter. Diese Jury trifft ihre Entscheidungen in einer Sitzung im Oktober 2021 mehrheitlich.

Nach welchen Kriterien werden die Preise vergeben?

Das übergeordnete Kriterium ist die Formulierung „Engagement und nachahmenswerte Praxisbeispiele im Bereich Heimat“.

Das Projekt oder Engagement

  • leistet einen besonderen Beitrag, damit Bergisch Gladbach Heimat für alle Bürgerinnen und Bürger sein, bleiben und werden kann
  • ist offen für neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter
  • hat mit seiner Arbeit bereits Wirkung erzeugt
  • ist innovativ und kann als gutes Beispiel für andere dienen
  • wurde nicht vor dem 31.12.2019 abgeschlossen.

Heimat-Preis 2020: Die Gewinner 

Weitere Informationen


Information gemäß Artikel 13 Datenschutz-Grundverordnung (PDF)

Heimatpreis 2021: Das Wichtigste auf einen Blick (PDF)

Grußwort des Bürgermeisters Frank Stein zum Heimatpreis 2021 (PDF)

Weitere Informationen zum Heimat-Preis beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen