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Übernehmen

Aufwertung Stadtgarten

aktueller Sachstand:

  • Verhandlungsgespräche mit Vertretern des Erzbistums Köln und der Pallottinerinnen zum Erwerb von Teilgrundstücken durch die Stadtverwaltung wurden aufgenommen. Grundsätzlich besteht Einvernehmen über die geplanten Maßnahmen im Stadtgarten,und Veränderungen werden ausdrücklich begrüßt
  • Die Verhandlungen mit den Eigentümern der Grundstücke sind erfolgreich abgeschlossen worden, die Ausführungsplanung und das Leistungsverzeichnis sollen erarbeitet werden.

Entwurfserläuterung:

Bei der Maßnahme D2 – „Aufwertung Stadtgarten“ handelt es sich um eine stadt-und freiraumplanerische Schlüsselmaßnahme im InHK Bensberg, welche als übergeordneter Freiraum ein hohes Potenzial für den Stadtteil Bensberg besitzt. Das übergeordnete Ziel ist es daher, diesen Raum für die Öffentlichkeit umzugestalten und für die aktive wie passive Erholungsvorsorge besser nutzbar zu machen.

Das Plangebiet des Bauvorhabens „Aufwertung Stadtgarten“ verknüpft das Bensberger Zentrum mit dem Vinzenz-Pallotti-Hospital, dem Kardinal-Schulte-Haus des Erzbistums Köln sowie den umliegenden Wohnbebauungen. Ziel des Vorhabens ist es vorrangig, den Freiraum durch eine zielgruppenorientierte Planung zukunftsfähig zu gestalten. Hierzu werden die Bedürfnisse aller Alters- und Kulturgruppen berücksichtigt sowie die individuellen Potentiale und Eigenarten
Bensbergs in den Fokus gestellt. Darüber hinaus werden die Blickbeziehungen auf die markanten und identitätsstiftenden Bauwerke Bensbergs, aber auch in die Kölner Bucht, gestärkt.

Der Entwurf des Stadtgartens ist durch seine vielfältigen Aufwertungen insbesondere in der Naherholung geprägt. Das grundlegende Ziel, die Verbesserung der Anbindung und Nutzbarkeit, wird durch zwei neu angelegte nördliche Eingänge zum Odinweg ermöglicht. Hierdurch ergeben sich kurze Wege zur Innenstadt Bensbergs. Darüber hinaus wird eine zusätzliche Anbindung an der westlichen Wohnbebauung, am „Weyerhardt“, hergestellt, die bisher nur aus Trampelpfaden besteht. Die bestehenden Eingänge am Vinzenz-Pallotti-Hospital und dem „Klausenberg“ werden
für das neue Wegekonzept aufgegriffen und entsprechend weiter qualifiziert. Unterschiedlich lange und topografisch anspruchsvolle Wegeverbindung ermöglichen jeder Alters- und Nutzergruppe den Aufenthalt im Freien.

Die Freiraumgestaltung leistet hierbei ihren Beitrag mittels barrierearmer Wegeverbindungen, kommunikationsförder nden Aufenthaltsorten mit Spielwert, körperlichen Betätigungen und einer zurückhaltenden Gestaltungssprache. Neben soziokulturellen Aspekten ist es ein wesentliches Ziel, ökologisch wertvolle Maßnahmen umzusetzen, welche sich positiv auf die lokale Artenvielfalt auswirken. Der „natürliche“ Charakter des Landschaftsschutzgebietes wird hierdurch nicht nur bewahrt, sondern punktuell durch Blühwiesen, Obstgehölze und einem Feuchtbiotop aufgewertet. Lokal begrenzte Gehölzrückschnitte bzw. Entbuschungen stellen landschaftsbildprägende Solitärgehölze frei bzw. verbessern die Sichtbeziehungen auf die identitätsstiftende Bebauung des Zentrums. Für dasübergeordnete Konzept Bensberg bedeutet die Aufwertung des Stadtgartens einen Erhalt der lokalen Ökonomie, eine Stärkung der sozialen Räume bei einer gleichzeitigen Verbessrung der Grün- und Freiraumstruktur (Prinzip der nachhaltigen Entwicklung). Mit seiner zentralen Lage ist der Stadtgarten der bedeutendste Freiraum für die nordwestlich angrenzende, kompakte Baustruktur Bensbergs, da dieser wichtige Klimaausgleichs- und Erholungsfunktionen übernimmt.

Die Versiegelung der Freifläche wird auf das absolut notwendige Minimum reduziert. Die Wegeflächen werden aus Asphalt mit einer Edelsplitt-Abstreuung hergestellt, die anfallenden Niederschläge versickern in den angrenzenden Grünflächen. Die Materialen und Oberflächen sind zum einen aufgrund des „natürlichen“ Charakters der Freifläche und zum anderen als Beitrag zum Klimawandel in hellen Farbtönen geplant worden, da von hellen Oberflächen eine geringe solare Absorption ausgeht. Die Wahl des Materials wird durch die geringeren Pflege- und Unterhaltungskosten gegenüber einer Wassergebundenen Wegedecke begründet.Ökologisch wertvolle Bepflanzungen, bestehend aus Obstgehölzen (vorzugsweise alte Sorten aus dem Bergischen Land) und Blumenwiesen mit ganzjährigem Nahrungsangebot aus autochthonem Saatgut gliedern die Flächen räumlich und dienen als Orientierungspunkte.
Kornelkirschen ergäzen die Obstgehölze in ihrem Blüh- und Fruchtaspekt im zeitigen Frühjahr.

Der bestehende Parkstreifen im Bereich des Vinzenz-Pallotti-Hospitals wird durch eine freiwachsende Hecke aus heimischen Sträuchern von der Grünfläche optisch abgegrenzt, ohne dadurch den Blick in die Ferne zu beeinträchtigen.

Die gewählte Bepflanzung bildet damit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt, insbesondere für die heimischen Insekten.

Bienenvölker, welche durch bereits zugesagte Patenschaften betreut werden, übernehmen weitere ökologische Bedeutungen und sind eine zusätzliche Attraktion in der Maßnahme. Darüber hinaus gibt es Bestrebungen, einige Flächen durch Schaf- Beweidung zu pflegen und dadurch das Artengefüge der Wiesenbestände zu diversifizieren.

Der Stadtgarten ist zukünftig ein Raum der Bewegung und Begegnung. Die bereits genannten Wegeverbindungen schaffen ein vielseitiges Nutzungsangebot, welche mit Spiel- und Sportmöglichkeiten in den äußeren Randbereichen
verknüpft sind. Ein zentral am Vinzenz-Pallotti-Hospital angelegter Outdoor-Fitness-Platz mobilisiert sämtliche Altersgruppen und Fitnesslevel. Hier wird es eine Kooperation mit der örtlichen Reha-Praxis geben. Eine weitere Kooperation ergibt sich aus dem angrenzenden Kardinal-Schulte-Haus. Das Gelände des Erzbistums Köln wird über einen Stichweg an den Stadtgartenangebunden und ermöglicht die Nutzung des privaten Freiraumes, mitsamt des Kinderspielplatzes und der einmaligen Aussicht in die Kölner Bucht. Der Zugang wird über ein Tor, welches nur nachts verschlossen ist, ermöglicht.

Ein natürlich anmutender Spielplatz mit Spielepfad, Balancierstämmen und Klettermöglichkeiten wird im Waldrandbereich im Süden des Stadtgartens angelegt und ergänzt das private Areal des Erzbistums im öffentlichen Raum.

Picknickbänke unter Gehölzgruppen werden zu einem Ort der Begegnung der unterschiedlichen Kulturen. Grillplätze ermöglichen kleinere Zusammenkünfte und bieten Bürgerinnen und Bürgern ohne eigenen Garten die Möglichkeit des Aufenthalts im Freien. Daran angrenzend befindet sich ein Aussichtspunkt, welcher die bestehende Topografie baulich unterstreicht und Sichtachsen nach Bensberg und die Kölner Bucht ermöglicht – losgelöst von den Sichtbarrieren durch Gehölze. Punktuell platzierte Sitzbänke mit Arm- und Rückenlehnen, Landschaftsliegen und weitere Ausstattungselemente bilden darüber hinaus Erholungsmöglichkeiten und steigern die Aufenthaltsqualität.

Der Stadtteil Bensberg ist mit seiner Lage im Bergischen Land von großen topographischen Unterschieden geprägt. Im Zuge der Neuplanung wird daher besonderer Wert auf möglichst barrierearme Wegeverbindungen gelegt. Wo möglich wird die Wegeverbindung so ausgebildet, dass die relative Steigung auf ein Minimum reduziert wird.