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Der offizielle Startschuss

Januar 2020: Bergisch Gladbach bleibt FairTrade-Stadt 

Neujahrsempfang 2012: Bergisch Gladbach wird Fairtrade-Stadt

Bergisch Gladbach ist seit 2012 offiziell „Fairtrade-Stadt“.
Vor rund 300 geladenen Gästen nahm Lutz Urbach, damaliger Bürgermmeister, auf dem Neujahrsempfang die Urkunden entgegen. Überreicht wurde sie durch Dieter Overath, Direktor und Gründer vom Verein TransFair.

Lutz Urbach betonte in seiner Rede, dass der weltweite Handel nur über die Verbraucher nachhaltig verändert werden könne. Er verdeutlichte dieses am Beispiel einer Haselnuss. Haselnüsse würden teilweise von Kindern geerntet. Ohne diese Arbeit kämen die Familien der Kinder nicht "über die Runden". Der Plantagenbesitzer sei ebenfalls auf die günstigen Arbeitskräfte angewiesen, da er sonst nicht den niedrigen Preis bieten könne, den sein Abnehmer verlange. Werde er teurer, suche dieser sich eben einen anderen Lieferanten.

Urbach sprach von einer „Spirale der Ausbeutung", die es zu durchbrechen gelte. Dies könne nur über Initiativen wie Fairtrade geschehen, die einen umfassenden Ansatz mit Bildung vor Ort, Selbstorganisation in den Erzeugerländern und strenger Kontrolle der selbst gesetzten Standards garantieren.

Die Rolle der Stadt

Die Stadt Bergisch Gladbach musste sich im Rahmen des Zertifizierungs-prozesses bestimmten Kriterien unterwerfen, um das Siegel „Fairtrade-Stadt" zu erhalten. Im Bürgermeisterbüro und denen des Verwaltungsvorstandes werden Kaffee, Saft und weitere Produkte aus fairem Handel verwendet. Geschäfte und Gastronomiebetriebe in Bergisch Gladbach hatten sich entschieden, fair gehandelte Waren anzubieten.

Die Welt verändern...

Zum Abschluss seiner Rede zitierte Urbach ein afrikanisches Sprichwort: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern." Diesen Gedanken führte Dieter Overath vom Verein TransFair aus. Er stellte in seiner Rede klar, dass fair gehandelte Produkte längst kein Nischenmarkt mehr seien: In Großbritannien macht der Umsatz mit fair gehandelten Waren rund 1,5 Milliarden Euro aus. Rund 600 Kommunen haben sich als „Fairtrade-Town" auszeichnen lassen. In Deutschland gibt es bislang rund 70 derartige Kommunen. Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten lag in 2011 in Deutschland bei rund 400 Millionen Euro - Tendenz stark steigend. Overath hielt fest, dass sogar Discounter wie Lidl oder Aldi-Süd fair gehandelte Produkte im Angebot hätten. Blumen bei Rewe seien längst standardmäßig aus fairem Handel. Dann übergab er die offizielle Urkunde an Lutz Urbach.