Kirmes in Bergisch Gladbach
Die Kirmes ist das größte und älteste Volksfest in Bergisch Gladbach. Pünktlich zur Kirmes ziehen die Schaustellerinnen und Schausteller mit ihren bunten Wagen und Attraktionen wieder in unsere Stadt und das schon seit 1842. Gleich zweimal im Jahr wird in der Stadtmitte vier Tage lang Vergnügen für die ganze Familie geboten: Immer an Pfingsten und am St. Laurentius-Wochenende, dem 2. Sonntag im August, steht der Konrad-Adenauer-Platz Kopf.
Süßwarenstände locken mit duftenden Mandeln, türkischem Honig und leuchtend roten Paradiesäpfeln. Getränke- und Imbissstände sind beliebte Treffpunkte für kleine Verschnaufpausen und ein Schwätzchen unter Freunden. Schießbuden fordern Jung und Alt zum Duell, Pfeil- und Ballwerfen stellen Geschicklichkeit und Konzentration auf die Probe, Entchenangeln, Schweinchenbahn, Miniscooter, Pressluftflieger, kleines Nostalgie-Riesenrad und Kinderkarussell lassen Kinderaugen leuchten und nie genug bekommen. Farbenprächtige Buden und Fahrgeschäfte verzaubern die Kirmesbesucher, überraschen mit kleinen und großen Attraktionen und entführen Jung und Alt in die Welt der eigenen Fantasie.
Ob Riesenrad, Steamer, Familien-Achterbahn, Break Dance, Schlittenfahrt „Hawaii-Swing“, Autoscooter, Frisbee, Musik-Express, Laufgeschäfte und Action-Häuser. Das gemeinsame Gefühl von Freiheit und Abenteuer bestimmt die Atmosphäre auf dem Gladbacher Marktplatz und rund um den Bergischen Löwen.
Auch die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes von Bergisch Gladbach können sich dem Kirmeszauber nicht entziehen. Sie sorgen schon seit vielen Jahren für die Auswahl und optimale Platzierung aller Kirmesgeschäfte: Großfahrgeschäfte brauchen, aufgrund ihres Gewichts, einen besonders festen Untergrund, Schweinchenbahn und Kinderkarussell benötigen einen sicheren Platz, damit auch die kleinsten Besucher gefahrlos ihren Spaß haben können, Getränke- und Imbissstände müssen möglichst gleichmäßig über den Platz verteilt sein, damit niemand verhungert oder verdurstet auf seinem Kirmesrundgang.
So sorgen Stadtverwaltung und Schausteller seit 1842 für eine bürgernahe Kirmes im Herzen unserer Stadt, zweimal im Jahr.
Burkhardt Unrau, der ehrenamtliche Organisator der Kirmessen und die städtische Ordnungsbehörde legen dabei einen besonderen Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit bewährten und zuverlässigen Schaustellerinnen und Schaustellern.
Bergisch Gladbach ist der Tradition Kirmes eng verbunden und pflegt sie liebevoll. Das beginnt mit der Eröffnung, immer am Kirmessamstag um 12 Uhr.
Eine Besonderheit gibt es bei der Laurentiuskirmes. Am Samstag, um 10 Uhr, findet durch Kreisdechant Norbert Hörter eine Schaustellermesse in der St. Laurentius Kirche in Bergisch Gladbach mit anschließendem Frühstück vor der Kirche statt. Danach erfolgt die offizielle Eröffnung der Kirmes, auf dem Konrad-Adenauer-Platz, traditionell wird das Bierfass angestochen und St. Laurentius wird es weithin mit seinem Glockengeläut verkünden. Es ist wieder Kirmes in unserer Stadt: das größte Familienfest in Bergisch Gladbach!
Kostenlos werden Fahrchips verteilt, von den Schaustellern gespendet. Ein besonderer Leckerbissen für die vielen jungen Kirmesfans. Sie wissen, es lohnt sich, vorbeizuschauen.
Damit das Parken kein Abenteuer wird, stehen rund um den Kirmesplatz ausreichend Parkplätze zur Verfügung.
Und dann, am Kirmesdienstag, nach Einbruch der Dunkelheit, heißt es wieder: Abschied nehmen. Den versüßen bei jeder Kirmesveranstaltung auch die Schausteller. Mit einem spektakulären Feuerwerk bedanken sie sich bei allen Kirmesfreunden, verabschieden sich von Bergisch Gladbach und freuen sich auf eine Rückkehr im nächsten Jahr und alle Gladbacher freuen sich heute schon auf ihre beiden großen Kirmessen.
Burkhardt Unrau
(Ehrenamtlicher Organisator der beiden Großkirmessen zu Pfingsten und St. Laurentius für Bergisch Gladbach und Sprecher aller Schausteller dieser Kirmessen)
Aufnahme der “Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes
Liebe Kultur- und Brauchtumsfreunde,
mit Schreiben vom 27. März 2026 an den Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes e. V. Albert Ritter und den Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg teilt die UNESCO-Kommission und die Kultusminister Konferenz mit, dass die “Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.
Das ist für alle Schaustellerinnen und Schausteller und auch für mich als Ehrenschausteller eine wirklich außergewöhnliche und großartige Nachricht!
Erst im Jahr 2013 ist Deutschland dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten, um damit überliefertem Wissen und Können zu Wertschätzung und Anerkennung zu verhelfen. Ziel ist, die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland und weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.
Durch die Aufnahme der “Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erfolgt damit auch der Auftrag, dass die Schaustellerkultur und damit letztlich auch die Kirmesveranstaltungen erhalten, gepflegt und gefördert werden.
Ich persönlich bin besonders stolz auf diese Anerkennung durch die UNESCO-Kommission und die Kultusminister Konferenz, weil ich seit fast 50 Jahren für die Kirmeskultur und deren Anerkennung ehrenamtlich kämpfe, was aber ohne die Unterstützung von Politik, der Verwaltungsspitze, aber auch von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bergisch Gladbacher Verwaltung, wie u. a. Bauhof, Abfallwirtschaft, Grünflächen, aber insbesondere der Ordnungsbehörde nicht möglich gewesen wäre.
Daher ist diese Anerkennung auch eine Anerkennung für die beiden jährlich stattfindenden Großkirmessen in Bergisch Gladbach und das bereits seit 184 Jahren.
Meine unermüdliche ehrenamtliche Lobbyarbeit zu Erhalt und Förderung dieses Kultur- und Brauchtumgutes hat dementsprechend über all die Jahre städtischerseits die notwendige Unterstützung erhalten. Besonders ist aber hier die Unterstützung der beiden Bürgermeister Lutz Urbach und Frank Stein zu erwähnen, die sich während der coronabedingten Einschränkungen in außergewöhnlicher Weise für die Schaustellerinnen und Schausteller eingesetzt haben.
So war es möglich, am 09.08.2020, in einer Zeit, während der keine Kirmessen stattfinden durften, auf dem Konrad-Adenauer-Platz eine Veranstaltung abzuhalten, mit der auf die Nöte der Schaustellerinnen und Schausteller bundesweit hingewiesen wurde und die damit bundesweit für Aufsehen gesorgt hat.
Ich konnte für diese Veranstaltung sogar den Innenminister NRW Herbert Reul gewinnen, dem erst dort die Notsituation des Schaustellergewerbes bewusst wurde, denn dieses Gewerbe hatte man bei den Coronahilfen vollkommen vergessen.
Herbert Reul hat sich danach für die Schaustellerinnen und Schausteller ganz besonders eingesetzt. Dies wurde auf dem Jahresempfang der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in Nordrhein Westfalen am 5. März 2026 in Bonn durch die Verleihung des Goldenen Karussellpferdes an Herbert Reul besonders gewürdigt. Mit dieser Anerkennung dankt die Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW Herrn Minister Herbert Reul für seine engagierte Unterstützung des Schaustellerwesens.
In seiner Dankesrede betont Herbert Reul ausdrücklich, dass er Kirmes zwar immer schön fand, aber dass ihm nicht klar gewesen sei, dass in Zeiten wie bei Corona auch etwas in Gefahr ist. Dies sei ihm das erste Mal bei der Veranstaltung in Bergisch Gladbach bewusst geworden, bei der er auch den Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes e. V. Albert Ritter kennengelernt habe. Denn auch Albert Ritter war meiner Bitte zur Teilnahme an der Veranstaltung sehr gerne gefolgt.
Herbert Reul ließ es sich dann auch nicht nehmen, an der Eröffnung der ersten Kirmes in Bergisch Gladbach nach Corona am 4. Juni 2022 teilzunehmen.
Aber auch Angela Merkel hat die Bergisch Gladbacher Kirmes besucht. Beim ersten Mal im Jahr 1999 hat sie gemeinsam mit Wolfgang Bosbach und mir eine Runde auf dem Kettenkarussell gedreht. Bei ihrem zweiten Besuch am 23.08.2017 konnte ich ihr Bilder unserer gemeinsamen Karussellfahrt überreichen.
All dies war durch die jahrzehntelange Lobbyarbeit möglich, die allerdings nicht so erfolgreich gewesen wäre, wenn sie nicht die vielfältige Untersützung erhalten hätte, die ihr in Bergisch Gladabach zuteil wurde.
Neben Politik und Verwaltung sind hier noch besonders zu erwähnen:
Die Polizei, die mit ihren Einsatzkräften stets die Veranstaltungen begleitet,
die Katholische Kirche und hier Kreisdechant Norbert Hörter, der jedes Jahr vor der Eröffnung der Laurentiuskirmes eine Schaustellermesse abhält und auch sonst die Kirmessen liebevoll unterstützt,
die Medien mit ihren umfangreichen und positiven Berichterstattungen,
der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V. Albert Ritter,
aber nicht zuletzt die Schaustellerinnen und Schausteller, die mit viel Freude und Fleiß dafür sorgen, dass alles perfekt abläuft. Sie sind das Herz einer jeden Kirmes und ohne sie wäre alles nicht möglich!
So sollte die Aufnahme der “Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes für alle Akteure Ansporn sein, sich in diesem Sinne auch zukünftig weiter gemeinsam mit viel Liebe und Herz für deren Erhalt einzusetzen!
Ich freue mich schon heute auf ein Wiedersehen auf der Pfingstkirmes in Bergisch Gladbach 2026!
Mit freundlichen Grüßen
Burkhardt Unrau
(Ehrenamtlicher Organisator der beiden Großkirmessen zu Pfingsten und St. Laurentius für Bergisch Gladbach und Sprecher aller Schausteller dieser Kirmessen)
Persönliches Resümee des ehrenamtlichern Organisators der beiden Großkirmessen zu Pfingsten und St. Laurentius für Bergisch Gladbach und Sprecher aller Schausteller dieser Kirmessen, Burkhardt Unrau, zur Aufnahme der “Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes
Diese Auszeichnung ist mehr als ein Titel. Sie ist Anerkennung, Auftrag und Versprechen zugleich – für eine Kultur, die seit über 1.200 Jahren Menschen verbindet und noch viele Generationen begleiten wird.
Immer mal wieder gibt es Stimmen, die sagen, man bräuchte solche Veranstaltungen gar nicht, ohne darüber nachzudenken, was sie da sagen und worum es sich handelt. Volksfeste sind keine bloßen Freizeitangebote, sondern sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der gelebten Gemeinschaft. Mit etwa 200 Millionen Besucherinnen und Besuchern jährlich prägt diese Kultur das gesellschaftliche Leben wie kaum eine andere. Sie vermittelt Spaß, Freude, gesellschaftliches Miteinander, Integration, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und schafft Erinnerungen und das über Jahrhunderte hinweg.
Eines der ältesten Gewerbe der Welt ist auch in schlechten Zeiten immer verlässlich für die Menschen da.
Während Corona wurden die Schausteller vergessen, da war die Frage: “Sind die Schausteller überhaupt relevant?” Ja, das sind sie! Darauf haben wir nicht zuletzt auch mit den Veranstaltungen in Bergisch Gladbach aufmerksam gemacht – und jetzt haben sie quasi das Siegel dafür bekommen, eine echte Wertschätzung für Generationen von Schaustellerfamilien.
184 Jahre wird nunmehr schon diese Kultur in Bergisch Gladbach erfolgreich gelebt und ich bin stolz darauf, seit fast 50 Jahren einen Anteil daran zu haben und ich wünsche mir nichts mehr, als dass es auch für die kommenden Generationen so weitergeht.
Mit freundlichen Grüßen
Burkhardt Unrau
(Ehrenamtlicher Organisator der beiden Großkirmessen zu Pfingsten und St. Laurentius für Bergisch Gladbach und Sprecher aller Schausteller dieser Kirmessen)