Das „Projekt stadt :gestalten" ist noch längst nicht abgeschlossen: Die Planungen für die Entwicklung der Innenstadt gehen weiter. Die große Klammer für alle Maßnahmen, die dem Bergisch Gladbacher Zentrum auch zukünftig Veränderung und Verbesserung bringen sollen, ist dabei die „Rahmenplanung Stadtmitte" und ihr städtebaulicher Leitplan.
Der Leitplan zur Rahmenplanung: Ein umfassendes Kartenwerk, über das informiert und diskutiert wird
Diese anspruchsvolle Planung wurde rund 200 interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einer Informationsveranstaltung am 17. März im Kunstmuseum Villa Zanders vorgestellt. Schon zum Auftakt um 19.00 Uhr gab es großen Andrang. Alle Stühle im Erdgeschoss der Villa waren besetzt, die Treppe wurde ebenfalls zur Sitzgelegenheit.
Stadtbaurat Stephan Schmickler, Abteilungsleiter Wolfgang Honecker und der für die Innenstadt seit Jahren verantwortliche Stadtplaner Udo Krause hatten umfangreiche Informationen vorbereitet. Nach einem Impulsvortrag ging es in kleineren Gruppen um viele Facetten der Gestaltung, Planung und letztlich auch Bebauungsmöglichkeiten in der Stadtmitte. Typische Fragen, die an dem Abend gestellt wurden, waren:
Warum eine Rahmenplanung?
Die Rahmenplanung und der städtebauliche Leitplan sind keine gesetzlich geregelten Planungsinstrumente wie Flächennutzungs- oder Bebauungsplan. Dementsprechend ist ein solcher Plan wesentlich dynamischer und kann laufend fortgeschrieben werden. Die Rahmenplanung dient dabei für viele konkrete Projekte als Grundlage: so etwa für die Umsetzung von öffentlichen und privaten Baumaßnahmen, für die Gestaltung des öffentlichen Raums oder für die Verkehrs- und Parkraumplanung. Dabei ist das wesentliche Ziel, die Funktionen des Zentrums zu stärken und die Attraktivität der Stadtmitte zu erhöhen. Die Rahmenplanung Stadtmitte wurde zuletzt im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss am 23.09.2014 beraten; es wurde beschlossen, den aktuellen Entwurf der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und mit ihr zu diskutieren.
Was ist Gegenstand der Diskussion?
Die Rahmenplanung Innenstadt ist integrativer Bestandteil des Stadtentwicklungskonzeptes „Projekt stadt :gestalten". Bereits ab 2008 wurden hier zwei freiraumplanerische Wettbewerbsverfahren durchgeführt und mit Hilfe von Fördermitteln des Landes eine Vielzahl von baulichen Maßnahmen zur Neu- und Umgestaltung des öffentlichen Raumes „im Westen" (Freiflächen Fußgängerzone, Bahnhofsumfeld, Stationsstraße) sowie „im Osten" (Freiräume Innenbereich Buchmühle mit Offenlegung der Strunde) umgesetzt. Damit ist eine qualitätsvolle Gestaltung des öffentlichen Raumes bereits in weiten Teilen der Innenstadt gesichert.
Das ist aber längst noch nicht alles: Eine ganze Serie von Bau- und Gestaltungsmaßnahmen steht in den nächsten Jahren im Zentrum von Bergisch Gladbach an. Bebauungswünsche in der Buchmühle (Mehrgenerationenwohnen), am S-Bahnhof (Verwaltungsneubau), auf dem Grundstück der alten Feuerwache oder auf dem Köttgen-Gelände machen deutlich, wie wichtig die „große Klammer" der Rahmenplanung ist, um Flickwerk zu vermeiden.. Weitere Planungs- und Koordinationserfordernisse resultieren aus dem erforderlichen Hochwasserentlastungskanal Stadtmitte, der Verkehrsplanung der Erschließungsachse Gohrsmühle - Schnabelsmühle sowie dem Parkraumkonzept Stadtmitte-Ost.
Aushang der Planung in Rathaus und Banken
Neben der gut besuchten Abendveranstaltung wird die Rahmenplanung auch an öffentlich zugänglichen Orten ausgehängt: Die Bürgerinnen und Bürger sowie alle interessierten Innenstadtakteure haben die Möglichkeit, sich den städtebaulichen Leitplan mit Erläuterungen noch bis zum Freitag, 27.03.2015 im Rathaus Bensberg, 5.OG, Abteilung Stadtplanung sowie in den Foyers der Kreissparkasse, Hauptstraße 208 sowie der VR Bank, Hauptstraße 182 in der Fußgängerzone der Stadtmitte zu den jeweiligen Öffnungszeiten anzuschauen.
Natürlich gibt es schon seit Jahrzehnten Pläne und Projekte, die konkret angedacht wurden. Aber immer wieder gibt es Verzögerungen aus den verschiedensten Gründen. Kein Investor, zu hohe Kosten oder die Umsetzung von anderen Pläne.
Stadtplaner Udo Krause und Planungschef Wolfgang Honecker beschrieben sehr konkret, was sich aus ihrer Sicht bereits im Bewusstsein der Immobilienbesitzer und Investoren verändert hat. Dies umfasst nicht nur Bauvorhaben und Nutzungskonzepte, sondern auch die Gestaltung von Gebäuden, Fassaden und Freiflächen. Bestandsteil der Rahmenplanung Stadtmitte ist daher auch ein in Erstellung befindliches „Handbuch der Gestaltung", in dem die „Spielregeln" für die Gestaltung des öffentlichen Raums (Ausstattungselemente, Beleuchtung, Beschilderung) sowie für private Bereiche (Fassadengestaltung, Webeanlagen) enthalten sein werden.
Was wollen die Bürgerinnen und Bürger?
Viele Fragen gingen an dem Informationsabend in Richtung Brachflächennutzung. Was passiert im Westen beispielsweise mit der alten Industriebrache „Kalköfen Cox" und dem „ehem. Köttgen-Gelände"?
Wohnen und Dienstleistungen oder Gewerbe und Handel? Die Wünsche der Verwaltung und Politik sowie die der Investoren und Eigentümer liegen da nicht immer beieinander. Das wurde im Rahmen der Diskussionsrunden sehr deutlich. Auch das Kopfgrundstück am Bahnhof wurde thematisiert. Die Stadtverwaltung plant ein neues Stadthaus, die Bürgerschaft wünschte sich dort ein Hotel und ein Kino.
Im zentralen Geschäftsbereich stand die desolate und städtebaulich negativ in Erscheinung tretende Rückseite der rückwärtigen Grundstücke der Hauptstraße entlang der Gohrsmühle bis hin zum Stadthaus im Mittelpunkt der Diskussion. Für den östlichen Bereich der Stadtmitte waren eine Wohnbebauung im Innenberiech der Buchmühle sowie eine Nachfolgenutzung des Areals „Alte Feuerwache" Thema, diskutiert wurde aber auch über Kultureinrichtungen und die strukturellen Probleme des dort ansässigen Einzelhandels.
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