Als Immobilienstandort attraktiv
Bergisch Gladbach als Immobilienstandort ist attraktiv – das sagt zumindest Matthias Wirtz, der Leiter der Untersuchungsabteilung für Immobilien der Kreissparkasse. Die Stadt profitiere von der Nähe zu Köln.
Wer Immobilien im Rheinisch-Bergischen Kreis besitzt, der hat gut lachen. Jedenfalls verbreitet Matthias Wirtz, der Leiter der Untersuchungsabteilung für Immobilien der Kreissparkasse, sehr viel Optimismus bei seinem Vortrag im Bergischen Löwen vor rund 380 Zuhörern. Eingeladen hatte der Verein Haus und Grund. Und deren Mitglieder, allesamt Hausbesitzer, gefiel, was Wirtz referierte. Denn Bergisch Gladbach als Immobilienstandort ist attraktiv - und wird noch attraktiver werden.
In erster Linie hat das mit der Demografie zu tun. Anders als in vielen Teilen Deutschlands wird in Bergisch Gladbach von konstanten bis leicht steigenden Einwohnerzahlen ausgegangen. Allerdings veränderten sich die Anforderungen. „Wenn ihr Haus barrierefrei ist, dann ist das gut und wichtig", sagte Wirtz. Denn es werden immer mehr ältere Menschen in der Stadt leben.
Das sei aber nur ein Aspekt. Bergisch Gladbach werde auch in Zukunft massiv von der Nähe zu Köln profitieren. Einer, so die Prognose, wachsenden Metropole. Wirtz: „Wenn Bergisch Gladbach im Münsterland liegen würde, wäre es eine eigenständige Großstadt." Angesichts der guten Verbindungen (S-Bahn, Straßenbahn) sei oft nicht klar, wo Köln endet und Bergisch Gladbach beginnt. In Bergisch Gladbach seien klar urbane Strukturen zu erkennen. Im Rheinisch-Bergischen Kreis sei es die einzige Stadt mit einer „Mieterszene". Dabei werde der Bau von Mehrfamilienwohnungen immer wichtiger. „Da gibt es einen großen Nachholbedarf", so Wirtz. Allerdings - kein Vortrag eines Immobilienfachmanns kommt ohne diesen Feststellung aus: Entscheidend sei die Lage, die Lage und nochmals die Lage.
Etwas weniger rosig als in Bergisch Gladbach sieht es in den anderen Städten und Kommunen in Rhein-Berg aus. Dort wird die Vergreisung der Bevölkerung noch größere Probleme bringen. Über 14 Prozent der Bevölkerung werden zum Beispiel in Odenthal im Jahr 2030 älter als 65 Jahre sein. Wobei Odenthal im Kreis ohnehin eine Sonderrolle spielt: Obwohl dort weder eine vernünftige Autobahn- oder Zugverbindung vorhanden ist, werden hohe Preise für Einfamilienhäuser gezahlt. Laut Wirtz liegt das an der „Sozialstruktur" dort: Sehr viele wohlhabende Bürger leben in Odenthal.
Sorgen um die Entwicklung der Immobilienpreise müssen sich die Immobilienbesitzer im Oberbergischen Kreis machen. Die Karten der Kreissparkasse zeigen, dass hinter Overath und Kürten die Vergreisung noch stärker zum Problem wird, aber auch die Bevölkerung insgesamt zurückgeht.
In Rhein-Berg aber ist die Welt weitgehend in Ordnung. Beruhigt konnten die Hausbesitzer anschließend dem Vortrag von Gerold Happ lauschen. Happ, Leiter des Rechtsamtes in der Zentrale von Haus und Grund, referierte zum Thema Mietrecht. Da sehen sich die Immobilienbesitzer gegenüber den Mieter chronisch benachteiligt. Ein wenig, so Happ, habe sich das geändert - aber noch nicht genug.
Quelle: www.ksta.de vom 13.06.