Neues Anwender- und Analytikzentrum an der Uni Köln
Als „Investitionen in die Zukunft“ überreichte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze am 15. April dieses Jahres der Universität zu Köln den Zuwendungsbescheid für den Bau des Analytik- und Anwenderzentrums des Center for Organic Production Technologies (COPT.NRW) über rund 12 Mio. Euro.
Das COPT-Zentrum mit rund 1000 m² Nutzfläche wird die beiden in Deutschland bestehenden Zentren für Organische Elektronik in Dresden bzw. Heidelberg mit einem eigenen Konzept ergänzen.
Das COPT-Zentrum stellt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) freie Flächen sowie eine hochtechnische Ausstattung mit einem vielfältigen Repertoire neuester Analysemethoden und Produktionstechnologien für die Organische Elektronik im Laboratoriumsmaßstab zur Verfügung. KMU können hier ohne große eigene Investitionen organische Halbleiter herstellen bzw. herstellen lassen und mithilfe verschiedener Herstellungsmethoden zu elektronischen Bauteilen wie flexiblen Displays oder Solarzellen verarbeiten. Hierzu wird auch das gemeinnützige ZOEK (Zentrum für Organische Elektronik) mit technischem Know-how zur Verfügung stehen und bei der Beantragung von gemeinschaftlichen anwendungsorientierten Forschungsprojekten mit KMU Hilfestellung leisten.
Der Innovationspreisträger 2010 des Landes NRW und Rektoratsbeauftragte für Technologietransfer der Universität zu Köln, Professor Klaus Meerholz, unterstreicht die herausragende Bedeutung des Neubaus für die Erforschung und Entwicklung der Organischen Elektronik in NRW: „Zwischen einer guten Idee und deren Umsetzung in innovative Produkte, die den Markt und unsere Gesellschaft bereichern, ist ein erheblicher Entwicklungsaufwand erforderlich. Die Universität zu Köln kann im Bereich von Forschungs- und Entwicklungsprojekten auf eine jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Um die für eine traditionelle Universität mit Schwerpunkt Grundlagenforschung weniger interessanten, aber für eine wirtschaftliche Verwertung essentiellen Arbeiten durchzuführen, haben wir bereits 2009 das ZOEK gegründet, das als anwendungsorientierte Forschungseinrichtung genau diesen Technology Gap schließt. Zudem sind wir in der Thematik Organische Elektronik über das Netzwerk COPT.NRW landesweit bestens mit Akteuren entlang der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette vernetzt."
Das NRW-Wissenschaftsministerium hatte bereits 2011 die Gründung des Netzwerks COPT.NRW angestoßen, einen Verbund aus Partnern der Wirtschaft und Wissenschaft in der Organischen Elektronik. Zielsetzung ist, dass die Akteure in NRW durch intensive Vernetzung ihre heute schon gute Position mit Schwerpunkt in der Maschinen- und Verfahrensentwicklung weiter ausbauen. Mit dem EFRE-geförderten Analytik- und Anwenderzentrum wird ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Organische Elektronik in NRW realisiert. Durch diese Maßnahmen soll die Bündelung der Kompetenzen rund um die Organische Elektronik und damit die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in NRW erreicht werden.
Bei der Vorbereitung des EFRE-Antrags für das COPT-Zentrum, der Grundlage für den Erhalt der Fördermittel ist, wurde das Team um Prof. Meerholz auf Vermittlung der Stadt Köln von der Dienstleistungseinheit COMPASS unterstützt. Auch bei der Umsetzung des Projektes und der Etablierung des COPT-Zentrums in der Region steht der Region Köln/Bonn e.V. als Partner zur Verfügung.