Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach hat sich im März trotz der anhaltenden winterlichen Witterung verringert. Wesentlich mehr Arbeitsuchende konnten eine neue Stelle finden – auch wurden mehr Stellen gemeldet. Dieser Trend gilt auch für die Ausbildung – es wurden der Arbeitsagentur 205 Ausbildungsstellen mehr gemeldet als im letzten Jahr um diese Zeit.
„Die geringeren Arbeitslosenzahlen sind zwar saisonüblich. Dennoch ist es bemerkenswert, wie viele Arbeitsuchende eine neue Stelle finden konnten" sagt Anna Artmann, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. „Dies zeigt, dass die Lage auf dem örtlichen Arbeitsmarkt weiterhin stabil ist."
Im März meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 4.521 Personen arbeitslos, davon 1.705 nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt. Dies ist ein Rückgang um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, in dem sich noch 1.767 Personen nach einem Arbeitsverhältnis arbeitslos melden mussten.
Abgemeldet aus der Arbeitslosigkeit haben sich im März 4.988 Personen; dies sind 782 oder 18,6 Prozent mehr als im Februar. 1.871 davon konnten in eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt einmünden; das sind 477 Personen oder 39,9 Prozent mehr als im Vormonat. Dieser Anstieg zeigt eine positive Entwicklung und liegt im Agenturbezirk deutlich über dem NRW-Durchschnitt.
Die Arbeitslosenzahl betrug damit 25.056 Personen; dies sind 456 oder 1,8 Prozent weniger als im Februar und 869 oder 3,6 Prozent mehr als im März 2012. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,8 Prozent - im Februar betrug sie noch 7,0 Prozent und vor einem Jahr lag sie bei 6,7 Prozent.
Die Entwicklungen waren in den beiden Rechtskreisen sehr unterschiedlich. So entfielen von den 25.056 Arbeitslosen Ende März 2013 insgesamt 9.057 auf den Versicherungsbereich und damit 500 oder 5,2 Prozent weniger als vor vier Wochen und 1.114 oder 14,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. 15.999 entfielen auf den Bereich der Grundsicherung bei den Jobcentern und damit 44 oder 0,3 Prozent mehr als im Februar, aber 245 oder 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit trotz des anhaltenden Winterwetters stärker als im vergangenen Jahr (Feb. auf März 2012: -14 Personen insg., SGB III: -247, SGB II: +233).
Besonders profitieren konnten die jüngeren Arbeitslosen bis 25 Jahre im Bereich der Arbeitslosenversicherung - hier zeigt sich, wie in der Vergangenheit, dass die gut ausgebildeten Jugendlichen schnell wieder im Arbeitsmarkt Fuß fassen können.
Die Gesamtgröße der Unterbeschäftigung umfasste im Berichtsmonat 30.620 Männer und Frauen und damit 977 oder 133 Prozent weniger als im März 2012. Die Unterbeschäftigungsquote erreicht den Stand des Vorjahresmonats und beträgt 8,4 Prozent. Der Anteil der Maßnahmen der aktiven Arbeitspolitik ist wieder leicht gestiegen, so dass diese den Arbeitsmarkt im März etwas mehr entlasteten als im Februar, aber weniger als im März 2012.
Die Unternehmen im Bezirk meldeten 1.076 neue offene Stellen, das sind 42 oder 4,1 Prozent mehr als im Vormonat und 57 oder 5,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. 953 (88,6 Prozent) davon waren sozialversicherungspflichtig. 850 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen; dies entspricht einem Anteil von 79,0 Prozent.
Zum Monatsende gab es mit 2.642 freien Arbeitsstellen 80 oder 3,1 Prozent mehr als im Februar und 310 oder 10,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. 2.452 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, das sind 92,8 Prozent. 1.083 Stellen oder 41,0 Prozent stammten von Zeitarbeitsunternehmen.
Die hiesigen Arbeitgeber suchen vor allem in den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, v.a. Metallverarbeitung und dem Maschinenbau, im KFZ-Gewerbe, der Gastronomie, der Informationstechnologie sowie im Erziehungs- und im Gesundheitswesen, also weiterhin Erzieher, Altenpfleger sowie Gesundheits- und Krankenpfleger.
Der Arbeitsmarkt nach Regionen
(Ausführungen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport)
Im März ist die Arbeitslosigkeit im gesamten Agenturbezirk gesunken. Dies beruht v.a. darauf, dass sich viele Arbeitsuchende in eine neue Erwerbstätigkeit abmelden konnten. Die einzelnen Aspekte müssen für die Geschäftsstellen und Rechtskreise differenziert betrachtet werden.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis sank die Arbeitslosigkeit ebenfalls, jedoch verhaltener als im Oberbergischen Kreis. In RBK waren Ende März 9.327 Personen arbeitslos, das sind 34 oder 0,4 Prozent weniger als im Februar und 578 oder 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1.457 Frauen und Männer meldeten sich neu arbeitslos (+92 / +6,7 Prozent) davon 622 aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit (+53 / +9,3 Prozent). Hier entspricht der Trend in RBK nicht denen in den anderen Regionen bzw. der Gesamtagentur. 1.487 Personen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. 576 Arbeitsuchende fanden wieder eine Stelle - dies sind 175 oder 43,6 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 6,6 Prozent, im Vorjahresmonat waren es 6,3 Prozent. 3.369 Arbeitslose wurden im Bereich der Arbeitslosenversicherung (86 oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat) betreut und 5.958 (52 / 0,9 Prozent mehr) in der Grundsicherung.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis konnte der Zugang bei den Stellen gehalten werden. Meldeten die Arbeitgeber im Februar 367 Stellen, so waren es im März 369 (+2 / +0,5 Prozent). Im März stieg das Angebot freier Arbeitsstellen auf 907 (+5 oder +0,6 Prozent); damit wurde der Vorjahreswert um 77 Stellen oder 7,8 Prozent unterschritten. Gesucht wurden Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe, im Baubereich, im KFZ-Gewerbe, der Informationstechnologie, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.
Der Ausbildungsmarkt / Halbjahresbilanz
In diesem Jahr ist es gelungen, mehr Arbeitgeber für die Vermittlung in Ausbildungsstellen zu gewinnen als im letzten Jahr zur gleichen Zeit. Insgesamt 2.357 Berufsausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach bis Ende März gemeldet. Das sind 205 (9,5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Hiervon sind 2.342 betriebliche Ausbildungsstellen. Gleichzeitig haben weniger Bewerber um eine Ausbildungsstelle die Dienste der Agentur in Anspruch genommen. Derzeit gibt es 3.549 gemeldete Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Dies sind 287 oder 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Hiermit korrespondierend gibt es derzeit noch 2.235 unversorgte Bewerber, 98 oder 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig sind noch 1.375 Ausbildungsstellen unbesetzt. 184 oder 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
„Die Steigerung bei den Ausbildungsstellen ist sehr erfreulich", so Anna Artmann, „Die Arbeitgeber haben die Wichtigkeit der Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt erkannt und melden der Agentur wieder mehr freie Ausbildungsstellen."
Die Zahl der bei der Agentur gemeldeten Bewerber um einen Ausbildungsplatz hat sich - trotz des doppelten Abiturjahrganges - gegenüber dem Vorjahr verringert. Ggf. konzentrieren sich die Abiturienten noch sehr auf die anstehenden Prüfungen. Die Agentur bietet ihre Beratungsdienstleistungen natürlich auch weiterhin allen Jugendlichen an, die derzeit noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind.
Im Rahmen des Tages des Ausbildungsplatzes wird der Arbeitgeber-Service der Agentur zielgerichtete Ausbildungsstellenakquise betreiben, um für die vorhandenen unversorgten Bewerber Ausbildungsmöglichkeiten zu finden. Gleichzeitig werden die Geschäftsstellen Gummersbach und Wipperfürth am 25.04.2013 offene Sprechstunden für Abiturienten anbieten, die noch Beratungsbedarf haben (gesonderte Presseinformation folgt zu gegebener Zeit).
Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden bislang 789 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 42 oder 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sind derzeit noch 538 unbesetzt - 97 oder 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Bewerberseite stehen diesen Stellen 1.081 gemeldete Ausbildungssuchende gegenüber. Dies sind 82 oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 655 gelten zum aktuellen Stand als unversorgt - dies sind 62 oder 8,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die „Top 10" auf der Bewerberseite sind derzeit:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Bürokaufmann/-frau, Verkäufer/in, Industriekaufmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Industriemechaniker/in, Kraftfahrzeugmechatroniker - PKW-Technik, Friseur/in, Maler/Lackierer - Gestaltung/Instandhaltung, Tischler/in.
Auf der Ausbildungsstellenseite:
Industriekaufmann/-frau, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Koch/Köchin, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Bürokaufmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Anlagenmechaniker - Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik, Fachkraft - Lagerlogistik, Industriemechaniker/in.
„Auch wenn das Angebot in diesem Jahr etwas größer ist, muss jeder Bewerber/jede Bewerberin dennoch flexibel sein" sagt dazu Anna Artmann. „Nicht jede/r wird seinen/ihren „Traumberuf" erlernen können - aber es gibt viele Alternativen, die man nicht ausschließen sollte. Das Angebot der Agentur für Arbeit steht jedem offen. Unter www.planet-beruf.de kann man sich zusätzlich umfassend informieren und Unterstützung holen."
Kurzarbeit
Auch im März bleibt die Kurzarbeit im Agenturbezirk unauffällig. Die Anzeigen bzgl. Kurzarbeit bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau.
mehr Informationen