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Studie belegt die Bedeutung der Tourismuswirtschaft als Standort- und Wirtschaftsfaktor

Die Tourismuswirtschaft in der Region Köln beschäftigt über 110.000 Personen. Das belegt eine aktuelle Studie des DWIF.

Die Tourismuswirtschaft im IHK-Bezirk Köln wächst - dennoch wird ihre Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt. „Das mag daran liegen, dass sich die Querschnittsbranche aus verschiedenen Wirtschaftszweigen zusammensetzt, die jeweils einen unterschiedlichen Grad an Tourismusbezug aufweisen. Darüber hinaus werden tagestouristische Aktivitäten oder Verwandten- und Bekanntenbesuche nicht statistisch erfasst. Die Wertschöpfung lässt sich somit nicht einfach aus der Wirtschaftsstatistik ablesen", erläutert Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin Handel, Tourismus und Informations- und Kommunikationstechnik der IHK Köln. Um die Bedeutung gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit mit aktuellen Zahlen hinterlegen zu können und somit sichtbarer zu machen, haben die KölnTourismus GmbH, der Rhein-Erft-Tourismus e.V. und die Naturarena Bergisches Land GmbH in Zusammenarbeit mit der IHK Köln eine Studie beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (DWIF) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor.

In der IHK-Region Köln wird durch die Tourismuswirtschaft ein Brutto-Umsatz von rund 6,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dieses entspricht einem Beschäftigungs-Äquivalent von 110.420 Personen. Das Steueraufkommen liegt bei 668,9 Millionen Euro (DWIF, 2012). „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Tourismuswirtschaft stärker als Zukunfts- und Wachstumsmotor in den öffentlichen Fokus zu rücken", so Slapio.

„Neben der wirtschaftlichen Wirkung kommt der Tourismuswirtschaft auch eine entscheidende Rolle im Standortwettbewerb zu, touristische Unternehmen im weiteren Sinne tragen entscheidend dazu bei, die Region Köln als Wohn-, Arbeits-, Studien- und Investitionsstandort zu profilieren." Für Investoren und Fachkräfte sei ein hohes Maß an Lebensqualität oft ausschlaggebend. Besonders dieser Standortvorteil werde durch die touristischen Anbieter entscheidend mitbestimmt.

Die IHK Köln wünscht sich weitere Signale aus der Politik - so wie beispielsweise im neuen Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen, der erstmals einen inhaltlichen Abschnitt zur Tourismuswirtschaft aufweist. „Mit der Umsetzung des Masterplans Tourismus in Nordrhein-Westfalen werden neue Möglichkeiten der Vermarktung im Land geschaffen, ebenso ist die Tourismuswirtschaft im Markenprozess der Stadt Köln als eine von drei Säulen verankert", erklärt Elisabeth Slapio. Den Masterplan Tourismus auf Landesebene hat auch die KölnTourismus GmbH maßgeblich mitgesteuert. Köln ist eines der attraktivsten Städtereiseziele in Deutschland, wichtige Business-Destination und bedeutender Messe- und Kongressstandort. Das belegen auch die konstant steigenden Übernachtungszahlen, die 2012 möglicherweise erstmals die Fünf-Millionen-Grenze erreichen werden. Laut der neuen Ergebnisse der DWIF-Studie wurde durch den Tourismus alleine in Köln im Jahr 2011 ein Umsatzvolumen von knapp fünf Milliarden Euro erzielt. Daraus abgeleitet bestreiten 87.800 Kölner ihren Lebensunterhalt direkt durch den Tourismus. Allein aus Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer fließen dem Fiskus durch den Tourismus in Köln insgesamt zirka 536,9 Millionen Euro zu.

„Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Incoming-Tourismus für Köln", sagt Josef Sommer, Geschäftsführer der KölnTourismus GmbH. „Wenn man bedenkt, dass Besuche von Verwandten und Bekannten, die in den Privatwohnungen der Einheimischen übernachten, und sogenanntes 'Couch-Surfing' noch hinzugerechnet werden müssen, deren Tagesausgaben im Schnitt bei 41,50 Euro liegen, dürfte der durch den Tourismus generierte Umsatz noch deutlich höher ausfallen." Die Zahlen aus der DWIF-Studie zeigen, dass auch die Regionen rund um Köln interessante Umsatzvolumen aufweisen. Die Übernachtungszahlen haben sich im Rhein-Erft-Kreis in den vergangenen zehn Jahren auf über 1,2 Millionen Übernachtungen mehr als verdoppelt. Berücksichtigt man weiterhin die 12,4 Millionen Tagestouristen, so beläuft sich der Gesamtumsatz immerhin auf 423,2 Millionen Euro, wovon knapp die Hälfte in das Gastgewerbe einfließen, 26,7 Prozent in den Einzelhandel und 24,1 Prozent in den Dienstleistungsbereich.

„Abgestimmt mit dem Masterplan NRW hat sich der Rhein-Erft Tourismus e.V. die Beteiligung an den touristisch überregional bedeutenden Schwerpunktthemen zur Hauptaufgabe gemacht und fungiert so als Sprachrohr für die Kommunen, die Freizeitwirtschaft und das Gastgewerbe auf Landesebene und hat damit offenbar den richtigen Weg eingeschlagen", sagt Martin Schmitz, Vorsitzender des Rhein-Erft Tourismus e.V. „Im Rhein-Erft-Kreis werden immer mehr Tagungs-, Geschäfts- sowie Radtouristen gezählt. Mit der Vielzahl an außergewöhnlichen Tagungsstätten etwa in Schlössern und Burgen oder den modernen Veranstaltungslocations bietet die Region an Rhein und Erft interessante Ziele für die Firmen und Agenturen aus ganz NRW und inzwischen auch darüber hinaus", ergänzt Mirca Litto, Geschäftsführerin des Rhein-Erft Tourismus e.V.

Das Thema „Tagen im Grünen", steht auch im Bergischen Land, neben weiteren Schwerpunkten wie „Aktiv in der Natur", „Wellness und Gesundheit", „Kultur" und „kulinarische Angebote", im Zentrum des touristischen Marketings in der Region. Mit der Durchführung von Seminaren für gastgewerbliche Betriebe und Dienstleister im Rahmen der Aktiv-Akademie, die die Qualität in der Region weiter erhöhen sowie der Zertifizierung und Eröffnung vieler Qualitätswanderwege im Zuge der Schaffung des Bergischen Wanderlands wurden weitere Anreize für einen Besuch des Bergischen Landes geschaffen, die auch verstärkt genutzt werden. „Die erstellte Studie hilft dabei, besonders die Entwicklung und Bedeutung der Tagesbesucher für die Region benennen zu können. In der amtlichen Statistik findet diese Reiseform keine Berücksichtigung und gerade in den Regionen und Kreisen fehlen meist verlässliche Angaben hierzu, obwohl der Tagestourismus in den Destinationen oft das wirtschaftliche Rückrat der touristischen Entwicklung darstellt", so Mathias Derlin, Geschäftsführer der Naturarena Bergisches Land GmbH. Dies belege auch die nun erstellte Studie. Vor diesem Hintergrund sei die Förderung des Tagestourismus ein wichtiges Aufgabenfeld in der Region, der als Appetitanreger diene, aus dem sich längere Aufenthalte mit Übernachtung ergeben können.

Quelle: www.ihk-koeln.de