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L136 und Obereschbach: Straßensanierung freigegeben - Gewerbegebiet überall standsicher

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Keine weiteren Bodenbewegungen prognostiziert Bodengutachter Prof. Erban, FH Köln, für den Bereich des neuen Gewerbegebietes Obereschbach und der Landstraße L 136. Zu diesem Ergebnis kommt der Sachverständige aufgrund umfassender bodenmechanischer Berechnungen, die anhand der im April gezogenen Bohrproben durchgeführt wurden. Die Sanierung der Straße kann somit umgehend in Angriff genommen werden.

Das Gewerbegebiet Obereschbach und die L 136 (oben rechts): Untersucht wurde in dem rot umrandeten Bereich.Unmittelbar nach dem Auftreten der Risse in der L 136 am 15. März 2012 hatte die Eigentümerin des Gewerbegebietes, die Stadtentwicklungsbetrieb Bergisch Gladbach AöR (SEB), das Gutachterbüro Geo Consult aus Overath gemeinsam mit dem Grundbauexperten aus Köln, der als Sachverständiger staatlich anerkannt ist, mit der Schadenserforschung beauftragt. Eine gemeinsame Beauftragung wurde mit dem Landesbetrieb Straßen NRW als Straßenbaulastträger vereinbart. Als Ursache für die Rissbildung in der L 136 und der nebenstehenden Böschung nehmen die beteiligten Fachleute nun die starken Regenereignisse des Monats März an, evtl. gepaart mit Vibrationen aus der Bodenverdichtung des Gewerbegeländes. Für eine „Linse" von sandig-schluffigem Verwitterungsgestein gab dies offenbar den ausschlaggebenden Impuls. Wichtig hierbei die Feststellung des Gutachters: Nicht die Erdmassen des Gewerbegebietes haben gegen die Straße gedrückt, sondern die Rutschung der Straße hatte für den benachbarten Hang einen „Mitnahmeeffekt".

Geologe Norbert Bach von der Fa. Geo Consult schließt unliebsame Überraschungen ähnlicher Art an anderer Stelle des Gewerbegebietes aus: „Die Ergebnisse aus den aktuellen Bohrungen decken sich im wesentlichen mit den Untersuchungen, die wir schon 2004 im Bebauungsplanverfahren angestellt haben." Danach besteht der überwiegende Teil der Deckschichten des Ursprungsprofils aus Lockergestein mit 0,5 bis 4 Meter Mächtigkeit, teilweise trifft man auch schon oberflächennah auf Fels. „In der Nähe der Rissbildungen haben wir hingegen bis zu 10 Meter Verwitterungshorizont gemessen, außerdem bildet das Bodenmaterial hier eine Mulde, in der sich Schichtenwasser sammeln kann." Das aktuelle Untersuchungsgebiet betrifft den Bereich der L 136 und etwa 600 m² des Gewerbegebietes; im wesentlichen ist die Böschung der „Ebene 3" betroffen, die nach Nordosten zeigt. „Insgesamt handelt es sich hier um zwei bis drei Prozent der insgesamt in Rede stehenden 50.000 m²", relativiert SEB-Vorstand Bernd Martmann die angesprochenen Flächenanteile.

Entscheidend war es deshalb nachzuweisen, dass an allen Punkten des Untersuchungsgebietes ausreichende Standsicherheit vorherrscht. Dies ist ausnahmslos gelungen; selbst bei Annahme der ungünstigsten Voraussetzungen wie z.B. ein extrem hoher Grundwasserstand wird der geforderte Sicherheitskoeffizient von 1,4 nirgendwo unterschritten. Als grenzwertige Bereiche wurden lediglich die Straße und die fragliche Böschung erkannt; für alle übrigen untersuchten Ebenen errechneten sich deutlich höhere Werte.

Ein weiteres Abgleiten der Straße wird also zukünftig verhindert, da das Schichtenwasser durch den Bau von Drainagen abgefangen wird. Bauleiter Jürgen Kurz weist darauf hin, dass ohnehin im Rahmen der künftigen Bebauung Baugrundgutachten erstellt werden müssen. „Als der Schaden auftrat, lag die Erde blank. Nun ist das Gebiet bereits begrünt, und bei Bebauung wird ein großer Teil der Fläche versiegelt. Das alles wird die Situation weiter entspannen." Vorstand Martmann ergänzt: „Noch in diesem Jahr soll die Erschließung fertig sein. Danach wollen wir Verträge mit den Bauherren schließen."

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