Das Jahr 2025 markiert für das Zanders-Areal einen wichtigen Schritt auf dem Weg von der ehemaligen Papierfabrik hin zu einem lebendigen, zukunftsfähigen Stadtquartier. In den vergangenen 12 Monaten standen insbesondere konkrete Planungsentscheidungen, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie die ersten sichtbaren Schritte zur Aktivierung des Geländes im Fokus.
Für das Projektteam brachte 2025 dabei auch eine organisatorische Neuaufstellung mit sich. Mit der Gründung der Zanders-Entwicklungsgesellschaft (ZEG) besteht das Team des Projekts Zanders-Areal seit Jahresbeginn aus drei Einheiten: Der Stabsstelle BM-1 Zanders-Areal unter der Leitung von Stephan Löhlein, dem Liegenschaftsmanagement Zanders (FB 8-25) unter kommissarischer Leitung von Sarah Uhrmacher sowie der in den Aufgabenfeldern Entwicklung und Vermarktung tätigen ZEG unter der Leitung von Geschäftsführer Oliver Brügge.
Mit veränderter Organisationsstruktur und hohem Engagement konnten im Jahr 2025 Etappenziele erreicht und langfristige Weichenstellungen für die Umsetzung von Immobilien-Projekten eingeleitet werden.
Ein Höhepunkt des Jahres war dabei das bereits etablierte Bürgerforum, das in diesem Jahr zusammenfiel mit dem Start der 15-monatigen Präsentationsphase der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand, dessen größtes Projekt die Konversion des Zanders-Areals ist. Unter dem Motto „Weiter geht’s!“ bildete das Bürgerforum den Auftakt zu vier inspirierenden Tagen. Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger nahmen die Möglichkeit wahr, sich über den aktuellen Stand der Entwicklungen zu informieren und tauschten sich mit dem Projektteam über die nächsten Schritte auf dem Weg zum neuen Stadtquartier aus.
Tags darauf feierte das internationale Literaturfestival lit.COLOGNE sein erstes Gastspiel im Bergischen: Autor Volker Kutscher und Psychologe Stephan Grünewald sprachen in der Alten Zentralwerkstatt vor über 300 Gästen über Transformationsprozesse und würdigten das Potenzial des Areals. Den Abschluss und Höhepunkt bildete der zweitägige REGIONALE-Fachkongress „Weiter geht’s!“ mit rund 1.000 z.T. internationalen Teilnehmenden. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnete offiziell den Präsentationszeitraum der REGIONALE 2025 und hob die Strahlkraft der Projekte im „Bergischen RheinLand“ hervor.
Auch als Ort gelebter Industriegeschichte blieb das Zanders-Areal präsent: Zum Tag des offenen Denkmals im September besuchten rund 600 Interessierte das Gelände mit seinen zwölf Baudenkmälern, um Einblicke in die Geschichte und Zukunft des ehemaligen Papierfabrikgeländes zu gewinnen.
Emotionaler Höhepunkt war die feierliche Einweihung des neuen Butschaplatzes durch Bürgermeister Frank Stein und den Bürgermeister der ukrainischen Partnerstadt, Anatolii Fedoruk. An der Zeremonie nahmen auch Gäste aus Bergisch Gladbachs Partnerstädten sowie Schülerinnen und Schüler aus Butscha teil.
Als Zwischennutzung präsentierte sich zudem die neue Atelieretage im ehemaligen Werkstattgebäude F260. Neun temporäre Ateliers im dritten Obergeschoss bieten lokalen Künstlerinnen und Künstler die Chance, einen kreativen Ort auf Zeit zu schaffen.
Konkretisierung der städtebaulichen Planung
Ein zentraler Meilenstein für die weitere Entwicklung war der Einstieg in die nächste Phase der städtebaulichen Planung. Seit März 2025 arbeitet die Stadt gemeinsam mit dem Büro Albert Speer und Partner (AS + P) an einer Entwicklungsplanung, die die Strukturplanung aus dem Jahr 2022 fortschreibt. Sie bildet künftig die Grundlage unter anderem für die infrastrukturelle Erschließung, die Entwicklung des Gesamtareals, die Schaffung von Bau- und Planungsrecht sowie die Vermarktung von Baufeldern. Die Fertigstellung ist für Ostern 2026 vorgesehen.
Parallel dazu wurden weitere konkrete Umsetzungsschritte eingeleitet und zentrale Leuchtturmprojekte substanziell vorangebracht. So fasste der Stadtrat im Sommer Grundsatzbeschlüsse, die die fachliche Weiterplanung für den Umzug der Stadtbibliothek in das Forum-Gebäude ermöglichen. Außerdem wurde mit der Verabschiedung eines ersten Vertrags der Weg für den sogenannten Exzellenzbaustein bereitet – den ersten Schritt hin zu einem innovativen „Bildungsquartier“, das im Norden des Areals in Trägerschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises entsteht.
Geplant ist zunächst der Umzug eines Teils der beiden Berufskollegs. Der neue Bildungsstandort für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler wird künftig duale Ausbildung, Schülerlabore, Weiterbildung und Co-Working unter einem Dach vereinen und damit wichtige Impulse für die Bildungs- und Arbeitswelt der Region setzen.
Weitere politische Richtungsentscheidungen betrafen den Verlauf der Strunde im Zuge ihrer Offenlegung sowie das zentrale Denkmalensemble aus Kalandersaalgebäude, Sortiersaalgebäude und Lagerhochhaus. Der Stadtrat beschloss, An- und Nebengebäude zurückzubauen, um das Ensemble für die Umsetzung der Entwicklungsplanung freizustellen und die zukünftige Vermarktung der Baufelder zu ermöglichen. Wesentlich für das Vorankommen bei der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur des neuen Quartiers war der Ratsbeschluss im Oktober zur Gründung einer Energie GmbH gemeinsam mit der Stadt und der BELKAW, die künftig die Versorgung des Quartiers mit Wärme und Kälte übernehmen soll.
Jahresendspurt: Startschuss für Gleispark und Entwicklungsbeirat
Seit November laufen die Bauarbeiten für den Gleispark – eine öffentliche Grünfläche nahe der Innenstadt, die die Aufenthaltsqualität auf dem Gelände deutlich erhöhen wird. Der Gleispark wird vielfältige Freizeitangebote bieten: Eine große Rasenfläche mit alten Gleisen und Bäumen, einen Spielcontainer, Outdoor-Gym, Sinneswürfel, Wildblumenwiesen und Sitzgelegenheiten. Hinzu kommen ein Multifunktionssportfeld, eine Calisthenics-Anlage, eine kleine Tribüne, Tischtennisplatten und eine Skaterfläche. Die Eröffnung ist im Mai 2026 geplant.
Ebenfalls im November tagte erstmals der neu eingerichtete Entwicklungsbeirat für das Zanders-Areal. Das interdisziplinäre Gremium aus Expertinnen und Experten der Stadtplanung, Architektur, Freiraumgestaltung, Verwaltung und Wirtschaft wird künftig regelmäßig zusammenkommen, um die Transformation des Areals fachlich zu begleiten. Unter der Leitung der Stadtplanerin Barbara Brakenhoff diskutierte der Beirat zwei Tage lang über Ausgangslage, Entwicklungsziele und zentrale Herausforderungen des Projekts. Themen waren unter anderem Bestandserhalt, Re-Use, Bürgerbeteiligung, Freiraumgestaltung sowie erste Strategien für Vermarktung und Investorenansprache.
Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten, zuversichtlichen Start ins neue Jahr.