Direkt zur Suche und Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Übernehmen

Jahresrückblick der Projektgruppe Zanders-Areal

Jahresrückblick der Projektgruppe Zanders-ArealBild vergrößern

Das ehemalige Industrieareal Zanders im Herzen Bergisch Gladbachs befindet sich in einem stetigen Transformationsprozess. Bevor die erste nachfossile Konversion dieser Größenordnung in Nordrhein-Westfalen in ein neues Stadtquartier für Bergisch Gladbach mündet, sind noch zahlreiche Zwischenschritte zu gehen und Etappenziele zu erreichen.

Für uns als Projektgruppe sind mehrere Meilensteine für das Jahr 2023 hervorzuheben.

Zum einen hat der Ausschuss für die Konversion des Zanders-Geländes am 7. März den zukünftigen Nutzungsmix beschlossen: Rund 3.000 Menschen sollen perspektivisch auf dem sich zu einem urbanen Gebiet wandelnden Areal ein Zuhause finden, weitere 2.900 einen Arbeitsplatz. Neben Wohnen und Arbeiten soll auf dem Areal zukünftig ein Campus für die berufliche Bildung zur Stärkung der dualen Ausbildung in Bergisch Gladbach entstehen.

Im Mai erhielt zudem das „Impulsquartiers“ als erstes Modul des Projekts Zanders-Areal den A-Status der REGIONALE 2025 „Bergisches RheinLand“. Damit würdigte der Lenkungsausschuss des NRW-Strukturprogramms die maßgeblichen Fortschritte des größtes Vorhabens innerhalb des Projektraums.

Am 7. September folgten zwei weitere wegweisende Entscheidungen für die zukünftige Infrastruktur des Zanders-Areals. Jeweils geschlossen stimmte der städtische Zanders-Ausschuss für die von der Verwaltung entwickelten Vorzugsvarianten für ein Energie- sowie Wassergrundkonzept. Der richtungsweisende Beschluss sieht eine Energieversorgung mittels einer zentralen Großwärmepumpe sowie eine dazu komplementäre ressourcenorientierte Entwicklung der Wasserversorgung vor.

Von großer Bedeutung für die weitere Projektentwicklung war zudem der Einstieg in die Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalens. Einen Förderbescheid über 823.000 Euro übergab Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, am 1. September persönlich bei einem Empfang auf dem Zanders-Areal an Bürgermeister Frank Stein und Landrat Stephan Santelmann. Bei einer Förderquote von 70 Prozent ermöglicht der Förderbescheid eine Gesamtinvestition von 1,376 Mio. Euro. Mit den Mitteln wird als erster Baustein zur Auflösung der Insellage des ehemaligen Industrieareals die Umwandlung der sog. Gleisharfe – ein an die Innenstadt grenzendes Teilstück der Gleise der ehemaligen Werksbahn – in einen zunächst temporären öffentlichen Park finanziert.

Zum Projektmodul „Impulsquartier“ gehört ebenfalls die symbolträchtige ‚Alte Zentralwerkstatt‘, für deren Umbau im Oktober fristgerecht der politisch einstimmig beschlossene Förderantrag eingereicht wurde. Mithilfe der Mittel der Städtebauförderung soll das Gebäude saniert und ertüchtigt werden, um dann zunächst während des laufenden Konversionsprozesses als Anlaufstelle für Informationen, Workshops und Veranstaltungen zu dienen und Zug um Zug zu einem multifunktionalen sozio-kulturellen Quartierszentrum für den neuen Stadtteil entwickelt zu werden.

Eine notwendige Voraussetzung für die Transformation zum neuen Stadtquartier ist die Demontage der noch vorhandenen Industrieanlagen. Auch hier konnte 2023 eine wichtige Wegmarke erreicht werden, denn Ende des Jahres wird der Rückbau von Maschinen und Anlagen im Wesentlichen abgeschlossen sein. Bei diesem Prozess ragt in jeder Hinsicht vor allem der Abbau der Papiermaschine 3 heraus, der mit 5.500 Tonnen Gewicht und 150 Metern Länge größten Produktionsanlage der Firma Zanders. Insgesamt 497 LKW-Ladungen haben für ihren Abtransport bis Mai diesen Jahres das Gelände verlassen.

Parallel zur Gestaltung der Zukunft auf Zanders ist es allen Projektverantwortlichen ein zentrales Anliegen, im Hier und Jetzt die Stadtgesellschaft beim Gestaltungsprozess mitzunehmen und regelmäßig über die Fortschritte zu informieren. In diesem Sinne haben wir auch in diesem Jahr wieder im Mai und im September die Tore geöffnet und die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich vor Ort ein Bild zu machen. Das wird im nächsten Jahr wiederholt – erneut mit dem Anspruch, der Stadtgesellschaft mehr zu zeigen, als bisher sichtbar war.

Um das enorme räumliche Potential schon während der Konversion zu nutzen und das historische Erbe des Zanders-Areals erlebbar zu gestalten, sind Zwischennutzungen verschiedenster Art ein wichtiger Baustein. Von der Ansiedlung von Bienenvölkern und der Einrichtung eines öffentlichen Bücherschranks über interaktive Theateraufführungen und Kinderlesungen bis hin zur Veröffentlichung eines Zanders-Denkmalkalenders haben wir auch 2023 die – aufgrund der noch fehlenden Infrastruktur – begrenzten Gelegenheiten ergriffen, um die Öffentlichkeit am Projekt teilhaben zu lassen und das Zanders-Areal auch mit kleinen Projekten im Bewusstsein der Bergisch Glachbacher*innen zu verankern.

Der Weg zum Quartier „auf Zanders“ ist eingeschlagen. Jetzt gilt es Kurs zu halten und auch zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Doch bevor es soweit ist, wünscht Ihnen die Projektgruppe Zanders-Areal erholsame Feiertage und einen zuversichtlichen Start ins neue Jahr!