Die Stadt Bergisch Gladbach geht einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen: In Kooperation mit dem Caya e.V. wird ab sofort das sogenannte „CAYA-Mobil“ regelmäßig in der Innenstadt präsent sein. Ziel ist es, niedrigschwellige, kostenlose medizinische Hilfe für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen anzubieten.
Das CAYA-Mobil wird künftig jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr vor der Suppenküche der Gemeinde St. Laurentius (Laurentiusstraße 4) stationiert sein. Die Zeiten sind bewusst so gewählt, dass sie sich mit der Essensausgabe der Suppenküche (12.30 bis 14 Uhr) überschneiden und somit möglichst viele Menschen erreicht werden können.
Der Caya e.V. trägt sämtliche Kosten rund um den Betrieb des CAYA-Mobils – einschließlich medizinischer Ausstattung, kostenloser Medikamentenabgabe, Fahrtkosten, Reinigung und Unterstellmöglichkeiten. Die Stadt Bergisch Gladbach beteiligt sich symbolisch an den Kosten mit einem Zuschuss von 100 Euro pro Einsatz, was rund 400 Euro monatlich entspricht.
„Für uns als Stadt ist die gezielte medizinische Versorgung von Menschen in schwierigen Lebenslagen von unschätzbarem Wert. betont Bürgermeister Marcel Kreutz. „Wir erreichen damit Menschen, die oft keinen Zugang zum regulären Gesundheitssystem haben.“
Auch der Beigeordnete Stephan Dekker hebt die Bedeutung des Projekts hervor: „Mit dem CAYA-Mobil schaffen wir ein konkretes, praxisnahes Angebot direkt vor Ort. Die enge Verzahnung mit bestehenden Hilfsstrukturen wie der Suppenküche ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor.“
Nach Schätzungen der Diakonie und des Vereins „Die Platte e.V.“ werden in Bergisch Gladbach etwa 200 bis 250 Menschen das Hilfsangebot in Anspruch nehmen. Perspektivisch ist zudem eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts geplant, um die Wirksamkeit und den Bedarf weiter zu analysieren.
Der 1. Vorsitzende des Caya e.V., Mark Oette, erklärt: „Unser Ziel ist es, medizinische Versorgung dorthin zu bringen, wo sie dringend gebraucht wird – unkompliziert, respektvoll und ohne bürokratische Hürden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bergisch Gladbach und der Gemeinde St. Laurentius ermöglicht uns genau das.“
Ein besonderer Vorteil des Standorts ist die Unterstützung durch die Gemeinde St. Laurentius: Nach der Essensausgabe können die Räumlichkeiten der Suppenküche als Aufenthaltsraum genutzt werden. Dadurch entsteht ein wettergeschützter Wartebereich für die medizinische Versorgung – ein wichtiger Beitrag zur Würde und zum Schutz der Patientinnen und Patienten.
Mit dem CAYA-Mobil setzt Bergisch Gladbach ein starkes Zeichen für soziale Verantwortung und zeigt, wie kommunale Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichem Engagement konkrete Hilfe leisten kann.