Die Stadt Bergisch Gladbach informiert über erneute zeitliche Anpassungen bei der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG).
Die umfangreiche Generalsanierung und der Teilneubau der Schule laufen seit mehreren Jahren und stellen die Schulgemeinschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Die Stadt bedauert ausdrücklich, dass es erneut zu Verzögerungen kommt. Zugleich betont sie, dass alle Entscheidungen mit dem Ziel getroffen werden, den Schulbetrieb so störungsarm wie möglich zu gestalten und die Qualität des Unterrichts uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.
„Wir wissen sehr genau, was wir der Schulgemeinschaft mit diesen Verzögerungen zumuten“, sagt Schulbau-Dezernent Thore Eggert. „Dass geplante Termine nicht gehalten werden können, ist unbefriedigend – für die Schule ebenso wie für uns als Bauherrin. Gleichzeitig wäre es nicht verantwortbar, Teilbereiche in Betrieb zu nehmen, wenn Sicherheitsanforderungen oder ein geordneter Schul- und Bauablauf nicht gewährleistet sind. Unser Anspruch ist es, am Ende eine Schule zu übergeben, die dauerhaft funktioniert und eine moderne Lernatmosphäre bietet.“
Ursache der Verzögerungen sind unter anderem die hohe Komplexität der einzelnen Bauabschnitte, Abhängigkeiten zwischen den Gewerken sowie erhebliche Probleme bei der Leistungserbringung einzelner Firmen. So werden z.B. einzelne Schlüsselgewerke nicht fristgerecht abschlossen, die jedoch Voraussetzung dafür sind, dass andere Firmen anschließend tätig werden können. Werden sie nicht rechtzeitig fertig, verlieren die nachfolgenden Gewerke ihre vertraglich vereinbarten Zeitfenster. Das bedeutet konkret: Die Firmen sind nicht mehr an die ursprünglich vereinbarten Fristen gebunden. In der Folge muss die Stadt mit jeder betroffenen Firma neue Termine verhandeln und den gesamten Bauablauf neu organisieren. Dieser Prozess ist rechtlich und organisatorisch sehr aufwendig und bindet erhebliche personelle Ressourcen in der Verwaltung. Solche Nachverhandlungen führen zwangsläufig zu Verzögerungen im Gesamtprojekt – auch dann, wenn die Stadt selbst alles daransetzt, den Bau fortzuführen. Deshalb haben wiederholte Verzögerungen, unvollständige Angebote und notwendige Neuausschreibungen dazu geführt, dass ursprünglich vorgesehene Termine nicht eingehalten werden konnten.
Die Fachbereichsleiterin 8 – Immobilien, Alexandra Meuthen, erklärt: „Eine Sanierung dieser Größenordnung mit vielen Einzelgewerken ist extrem störanfällig. Sobald ein Gewerk nicht wie vereinbart arbeitet, hat das unmittelbare Auswirkungen auf den gesamten Bauablauf. Wir gehen hier selbstkritisch damit um und arbeiten mit großem Aufwand daran, Verzögerungen zu begrenzen. Gleichzeitig sind wir an rechtliche Vorgaben wie die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen gebunden.“
Nach aktuellem Stand sollen Aula, Verwaltung mit Bibliothek sowie der Nordtrakt im Winter 2026 in Nutzung gehen. Der Mitteltrakt ist für den Winter 2027 vorgesehen, die Schadstoffsanierung und der Abbruch des Südtrakts für das Frühjahr bis Sommer 2027. Die Fertigstellung der Außenanlagen erfolgt schrittweise bis 2028.
Die Stadt arbeitet daran, den Baustellenbetrieb künftig noch klarer vom Schulalltag zu trennen, um weitere Einschränkungen für Schülerinnen und Schüler zu vermeiden.
Auch die Schulleitung begleitet den Prozess weiterhin eng. Schulleiter Sven Hees betont: „Die vergangenen Jahre waren für unsere Schülerinnen und Schüler, das Kollegium und die Eltern mit großen Herausforderungen verbunden. Umso bemerkenswerter ist der enorme Einsatz, mit dem insbesondere unsere Lehrkräfte Tag für Tag dafür sorgen, dass guter Unterricht stattfindet und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Dieser Einsatz wird getragen von einem starken Zusammenhalt innerhalb unserer Schulgemeinschaft – Eltern, Schülerschaft, Lehrkräfte, Sekretärinnen und Hausmeister arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen. Diese gemeinsame Verantwortung und Solidarität geben uns die Kraft, auch die kommenden Monate zu bewältigen. Zugleich freuen wir uns auf eine Schule, die zeitgemäße Lern- und Arbeitsbedingungen bietet, neue pädagogische Möglichkeiten eröffnet und mit dem Umstieg auf das Lehrkräfteraumprinzip eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Unterricht und Zusammenarbeit ermöglicht“.
Die Stadt Bergisch Gladbach dankt der gesamten Schulgemeinschaft des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums für ihre Geduld und ihr Verständnis. Schulintern wird es noch eine Information der Mitarbeitenden, Eltern und der Schülerschaft geben. Mit der Fertigstellung der Sanierung wird das NCG künftig über moderne, funktionale und pädagogisch hochwertige Lernräume verfügen – eine Investition in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler und in den Bildungsstandort Bergisch Gladbach.