Gäste aus der palästinensischen Partnerstadt informieren sich über die Zukunft des Zanders-Areals – Wissenstransfer, persönliche Begegnungen und gelebte Städtepartnerschaft im Mittelpunkt.
Wie kann aus einem ehemaligen Industriestandort ein nachhaltiges, lebendiges Stadtquartier entstehen? Welche Herausforderungen sind dabei zu bewältigen und welche Erfahrungen lassen sich auf andere Kommunen übertragen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich zwei Verwaltungsmitarbeitende aus der palästinensischen Partnerstadt Beit Jala während ihres fast einwöchigen Aufenthalts in Bergisch Gladbach. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Entwicklung des Zanders-Areals und der damit verbundene fachliche Austausch über innovative und nachhaltige Stadtentwicklung.
Der Besuch fand im Rahmen des Förderprojekts „Job Shadowing/Administrative Exchange between North Rhine-Westphalian and Palestinian Municipalities“ von Engagement Global und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) statt. Ziel des Programms ist es, den fachlichen Austausch zwischen Kommunalverwaltungen zu stärken, gegenseitiges Lernen zu ermöglichen und neue Perspektiven für die kommunale Zusammenarbeit zu eröffnen.
Aus Beit Jala waren Issa Yuha, Leiter der Bauverwaltung und Bauingenieur, sowie seine Kollegin Reina Zeit angereist. Beide nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit den Planungen, Herausforderungen und Lösungsansätzen rund um die Umgestaltung des ehemaligen Zanders-Geländes auseinanderzusetzen.
Auf Bergisch Gladbacher Seite organisierten Dezernent Stephan Dekker, Marc Pawlowski, Daniela Reuscher, Anne Russell und Helge Mehrtens den fachlichen Austausch. Gemeinsam wurden verschiedene Aspekte der zukünftigen Entwicklung des Zanders-Areals betrachtet. Dazu gehörten insbesondere die nachhaltige Nutzung ehemaliger Industrieflächen, die Entwicklung klimaneutraler Wärme- und Kältesysteme, Fragen der Wasser- und Abwasserwirtschaft, die Einbindung und Renaturierung der Strunde sowie der Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden und besonderen Bodenverhältnissen.
Dabei ging es nicht nur darum, die Planungen und Erfahrungen aus Bergisch Gladbach vorzustellen. Vielmehr stand der gegenseitige Wissenstransfer im Vordergrund: Welche Erkenntnisse aus dem Zanders-Projekt können auch für die Stadtentwicklung in Beit Jala hilfreich sein? Welche Herausforderungen kennen beide Kommunen und wo ergeben sich Möglichkeiten einer weiterführenden Zusammenarbeit? Der intensive Dialog bot Raum für fachliche Fragen, unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Überlegungen.
15 Jahre Städtepartnerschaft – eine Verbindung, die weit über den fachlichen Austausch hinausgeht
Neben den fachlichen Programmpunkten spielte auch die persönliche Begegnung eine wichtige Rolle. Seit mittlerweile 15 Jahren verbindet Bergisch Gladbach und Beit Jala eine lebendige Städtepartnerschaft, die von gegenseitigem Interesse, kontinuierlichem Austausch und zahlreichen persönlichen Freundschaften getragen wird.
Für Issa Yuha ist Bergisch Gladbach längst kein unbekannter Ort mehr. Seit 2017 besucht er die Stadt regelmäßig. Im Laufe der Jahre sind dabei zahlreiche Freundschaften entstanden, die den Austausch zwischen beiden Kommunen auf besondere Weise bereichern.
Auch während des aktuellen Besuchs kamen persönliche Begegnungen mit Mitgliedern des Vereins „Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach - Beit Jala e.V.“ nicht zu kurz. Sie boten Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen, Erfahrungen auszutauschen und die freundschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen.
Ein weiterer Programmpunkt war ein Empfang im Rathaus, bei dem die erste stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Opiela und Anne Linden aus dem Büro des Bürgermeisters die beiden Gäste herzlich willkommen hießen. Die Begegnung unterstrich die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft und die Wertschätzung für den kontinuierlichen Austausch zwischen den Menschen und Verwaltungen beider Städte.
Der Besuch machte einmal mehr deutlich, dass kommunale Partnerschaften weit mehr sind als formelle Verbindungen zwischen Städten. Sie leben vom persönlichen Engagement, von gegenseitigem Vertrauen und der Bereitschaft, voneinander zu lernen.
Mit dem fachlichen Austausch zur Entwicklung des Zanders-Areals wurde die seit 15 Jahren bestehende Städtepartnerschaft um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzt. Gleichzeitig zeigte sich, wie internationale Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene ganz praktisch gestaltet werden kann: durch gemeinsame Fragestellungen, den Austausch von Erfahrungen und nicht zuletzt durch persönliche Begegnungen, aus denen über viele Jahre hinweg Freundschaften wachsen.