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Städtepartnerschaft mit Leben gefüllt: Bergisch Gladbacher zu Gast in Pszczyna

Städtepartnerschaft mit Leben gefüllt: Bergisch Gladbacher zu Gast in PszczynaBild vergrößernReisegruppe Pszczyna

Seit 33 Jahren verbindet Bergisch Gladbach und Pszczyna eine Städtepartnerschaft. Dass diese Verbindung weit mehr ist als eine Vereinbarung auf dem Papier, zeigte erneut der Besuch einer rund 20-köpfigen Gruppe aus Bergisch Gladbach in der polnisch-schlesischen Partnerstadt.

Die Reise fand im Rahmen der jährlich vom Partnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Pszczyna e.V. organisierten „Reise gegen das Vergessen“ nach Krakau und Auschwitz statt. Der Aufenthalt in Pszczyna gehört traditionell zum Programm und ermöglicht den Teilnehmenden, die Partnerstadt und ihre Menschen persönlich kennenzulernen.

„Wir werden dort jedes Mal so herzlich empfangen, dass wir nur ungern wieder abreisen“, berichtet die Vereinsvorsitzende Gabi Malek-Przemus.

Im Rathaus hieß die stellvertretende Bürgermeisterin Magdalena Czarnecka die Gäste aus Bergisch Gladbach bei Kaffee und schlesischem Kuchen willkommen. Die städtischen Mitarbeiter Oskar und Mikolaj begleiteten die Gruppe anschließend durch das weitere Besuchsprogramm.

Zu den Stationen gehörte das fürstliche Schloss im Zentrum von Pszczyna. Das historische Gebäude mit seiner weitgehend erhaltenen Inneneinrichtung zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Eng mit seiner Geschichte verbunden ist Fürstin Daisy von Pless. Die gebürtige Britin und Ehefrau von Fürst Hans Heinrich XV. engagierte sich für die Bevölkerung und ist bis heute eine prägende historische Persönlichkeit Pszczynas. Mit den jährlich im Mai stattfindenden „Daisy Days“ erinnert die Stadt an sie.

Ein weiterer Programmpunkt führte zur Wisentzucht. Rund 50 Tiere leben in den Wäldern rund um Pszczyna. Einrichtungsleiterin Ewelina Skrobol führte die Bergisch Gladbacher Gruppe persönlich durch das Schaugehege und vermittelte Wissenswertes über die Tiere. Besondere Aufmerksamkeit galt einem kürzlich geborenen Wisentkalb. Ein kurzer Besuch im benachbarten Freilichtmuseum „Skansen“ mit seinen historischen Holzhäusern rundete diesen Teil des Programms ab.

Auch die schlesische Küche durfte nicht fehlen. Im Gasthaus Frykowka am historischen Marktplatz lernten die Gäste regionale Spezialitäten wie Rinderroulade mit schlesischen Klößen und Rotkraut kennen.

Neue Verbindung zwischen den Kirchengemeinden

Besondere Bedeutung hatte der Besuch der evangelischen Kirche am Marktplatz. Pfarrer Tomas Bujok begrüßte die Gruppe und berichtete über die noch junge Partnerschaft seiner Gemeinde mit der evangelischen Kirchengemeinde in Bensberg. Der Kontakt war durch Vermittlung des Pszczyna-Vereins entstanden und wurde erst vor wenigen Wochen offiziell besiegelt. Im kommenden Frühjahr wird der erste Besuch aus Pszczyna in Bensberg erwartet.

Damit entsteht innerhalb der Städtepartnerschaft eine weitere direkte Verbindung zwischen Institutionen und Menschen beider Städte.

Partnerschaft seit 1993

Bergisch Gladbach und Pszczyna unterzeichneten 1993 ihre Partnerschaftsvereinbarung. Seither haben zahlreiche Besuche, gemeinsame Aktivitäten und persönliche Kontakte die Verbindung zwischen beiden Städten geprägt.

Der aktuelle Besuch zeigt, welchen Wert solche Partnerschaften auch nach mehr als drei Jahrzehnten haben: Sie schaffen Gelegenheiten, Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen persönlich kennenzulernen, Erfahrungen miteinander zu teilen und Vorurteile abzubauen. Entscheidend dafür sind neben den offiziellen Kontakten zwischen den Städten vor allem Vereine, Kirchengemeinden und engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Der Partnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Pszczyna trägt mit seinen regelmäßigen Reisen wesentlich dazu bei, diese Verbindung lebendig zu halten und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Nach einem abwechslungsreichen Aufenthalt hieß es für die Bergisch Gladbacher Reisegruppe schließlich wieder Abschied nehmen: Do widzenia, Pszczyna – auf Wiedersehen im nächsten Jahr!