Vom Klassenzimmer ins All - Bergisch Gladbacher Schülerinnen und Schüler entwickeln Experiment für DLR-Forschungsrakete
Was passiert, wenn Jugendliche nicht nur von Raumfahrt träumen, sondern selbst ein Experiment entwickeln, das tatsächlich ins All fliegt? Genau das ist einer Arbeitsgemeinschaft des Otto-Hahn-Gymnasiums Bensberg gelungen.
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen EF und Q1 (11. und 12. Klassen) haben in den vergangenen Monaten einen hochkomplexen Sensorwürfel entwickelt, der im Rahmen des MAPHEUS-Programms des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer Höhenforschungsrakete starten soll. Das Experiment wurde von den Jugendlichen eigenständig konstruiert, aufgebaut und programmiert und bereits erfolgreich vor Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des DLR präsentiert.
Der Sensorwürfel muss extremen Bedingungen standhalten: Beschleunigungen von bis zu 20g, Vakuum sowie Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius. Während des Raketenflugs führt er mehrere wissenschaftliche Experimente durch. Dazu gehören Untersuchungen zum Verhalten von Flüssigkeiten in der Schwerelosigkeit, Messungen der Höhenstrahlung und die Aufzeichnung wichtiger Flugdaten.
Mehr als ein Schulprojekt
Für die Entwicklung investierten die Jugendlichen über mehr als acht Wochen zusätzlich zum Unterricht zwischen sechs und zwölf Stunden pro Woche – häufig auch an Wochenenden und in den Ferien. Jeder übernahm dabei einen eigenen technischen Schwerpunkt. Diese intensive Teamarbeit machte aus einer Idee ein funktionierendes Raumfahrtexperiment.
Forschung unter echten Weltraumbedingungen
Das DLR nutzt das MAPHEUS-Programm (MAterialPHysikalische Experimente Unter Schwerelosigkeit) als Forschungsplattform für Experimente unter Weltraumbedingungen. Die Höhenforschungsraketen erreichen Höhen von rund 300 Kilometern und ermöglichen mehrere Minuten Schwerelosigkeit. Sie dienen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen dazu, neue Technologien und wissenschaftlicheFragestellungen unter realen Raumfahrtbedingungen zu testen.
Die letzte Etappe fehlt noch
Im Frühjahr 2027 soll das Experiment am ESRANGE Space Center im schwedischen Kiruna in die Forschungsrakete integriert werden. Dort möchten fünf bis sechs Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit zwei Begleitpersonen
- die Vorbereitungen der Raketenmission begleiten,
- ihren Sensorwürfel in das Raketenmodul integrieren,
- den Raketenstart live miterleben
- und den erfolgreichen Abschluss ihres eigenen Projekts erleben.
Für Reise, Unterkunft und Transport entstehen Kosten von rund 6.500 Euro, die nicht vollständig durch Förderprogramme gedeckt werden können. Deshalb hat das Projektteam eine Spendenkampagne gestartet. Jede Spende bringt junge Forschung ein Stück weiter. Mit einer Unterstützung ermöglichen Spenderinnen und Spender engagierten Jugendlichen, ein außergewöhnliches MINT-Projekt bis zum Ende zu begleiten und wertvolle Erfahrungen in Wissenschaft und Raumfahrt zu sammeln. Sollten mehr Gelder durch die Spenden eingenommen werden als benötigt, kommen diese den weiteren Projekten der Fachschaft Technik zugute.
Spenden sind direkt über die Kampagnenseite möglich:
https://www.goodcrowd.org/vom-klassenzimmer-ins-all
Nach der Rückkehr plant die Arbeitsgemeinschaft einen öffentlichen Vortragsabend, bei dem Einblicke in ihre Entwicklung, den Aufenthalt am ESRANGE Space Center und den Raketenstart geben werden.
Wir veröffentlichen eine Pressemitteilung der Rocket Science-AG.