Auf Initiative des Klimafreunde Rhein-Berg e.V , des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins und des BUND wurden am Samstag mehrere hundert Schutzhüllen von Bäumen im Wald hinter dem Kreishaus entfernt. Die Aktion wurde gemeinsam von Mitgliedern der drei Organisationen und der Stadt Bergisch Gladbach organisiert und umgesetzt.
Die Stadt Bergisch Gladbach hat in den vergangenen Jahren mehrere Aufforstungsmaßnahmen in den städtischen Wäldern durchgeführt. Damit sich die jungen Bäume dauerhaft etablieren können, sind oftmals Wuchshüllen nötig. Da viele junge Eichen sich auf einer Fläche am Kreishaus durch die Hüllen gut entwickelt haben, konnten die Wuchshüllen nun entfernt werden.
„In einigen Waldbereichen ist der Wildbestand so hoch, dass junge und besonders attraktive Baumarten ohne Schutzmaßnahmen kaum aufwachsen könnten. Daher kommen in solchen Bereichen verschiedene Schutzmaßnahmen zum Einsatz, etwa Zäune, Schutzhüllen, Schutzgitter oder Wildvergrämungsmittel. Jede dieser Methoden hat spezifische Vor- und Nachteile und wird je nach Standort und Situation eingesetzt“, erklärt Conradin von Detten vom Holzkontor Rhein-Berg-Siegerland GmbH.
„Da die Wälder der Stadt Bergisch Gladbach zertifiziert sind, ist der Waldbesitzer verpflichtet, alle fremden Materialien, die in den Wald eingebracht werden, nach einer bestimmten Zeit wieder zu entfernen“, so Theodor Schmidt vom Fachbereich 8 Immobilien, Liegenschaften und StadtGrün. „Dazu zählen auch die Wuchshüllen, die in der Vergangenheit auf einer Fläche am Kreishaus aufgestellt wurden. Dort wurden junge Eichen erfolgreich gepflanzt und durch die Hüllen geschützt. Inzwischen haben sich die Bäume so gut entwickelt, dass sie hoch genug gewachsen sind und nicht mehr durch Rehwild gefährdet sind“.
Die Schützhüllen wurden während einer gemeinsamen Begehung des Waldes der drei Umweltvereine entdeckt. Es war sofort klar: hier besteht dringender Handlungsbedarf, die Schutzhüllen müssen umgehend aus dem Wald geschafft werden. Die eingesammelten Hüllen wurden nun eingelagert und werden bei künftigen Pflanzaktionen wiederverwendet.
„Der Schutz und die nachhaltige Entwicklung unserer städtischen Wälder sind zentrale Aufgaben unserer Zeit. Aktionen wie diese machen deutlich, wie wichtig lokale Initiativen und bürgerschaftliches Engagement für eine zukunftsfähige Umweltpolitik sind”, äußert sich die Stellvertretende Bürgermeisterin Anna Maria Scheerer bei der Entfernung der Hüllen.
„Ich freue mich sehr, dass die Stadt Bergisch Gladbach unsere Initiative aufgegriffen hat. Hier wird die Notwendigkeit und Bedeutung ehrenamtlichen Handelns für den Natur- und Klimaschutz deutlich. Ich möchte mich bei allen aktiven Helfern herzlich für die Unterstützung bedanken“, sagt Udo Neumann, Vorstandsmitglied des Klimafreunde Rhein-Berg e.V.