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Fahrradfahren in der City: Vorsicht und Rücksicht sind Pflicht für ein gutes Miteinander

Seit dem 14.04.2018 läuft die „Probezeit“ für das Radeln in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone; die Freigabe gilt eingeschränkt von 17 bis 10 Uhr auf der Hauptstraße im Bereich zwischen Poststraße und Marktplatz.

Der Marktplatz selbst (während der Marktzeiten mittwochs und samstags) und die Grüne Ladenstraße sind tabu; auch bei Veranstaltungen wie Kirmes und Stadtfest ist Fahrradfahren nicht zugelassen.

Seitdem werden die Verkehrssituation und das Miteinander von Zweirad und Fußgänger durch Stadt und Polizei aufmerksam beobachtet. Als generelle Erfahrung - bei der auch die fahrradfreundliche Sommerwitterung sicher eine Rolle spielt - ist festzustellen, dass die Fußgängerzone gern und oft von Fahrradfahrern genutzt wird. Das ist gut so, denn je mehr Strecken für Fahrräder angeboten werden, desto attraktiver wird dieses umweltfreundliche und unkomplizierte Verkehrsmittel. Leider gibt es immer wieder Pedalritter, die nicht nur in den erlaubten Zeiten und nicht immer mit der gebotenen Vor- und Rücksicht in der Fußgängerzone unterwegs sind.

Bei Ordnungsbehörde und Mobilitätsmanager sind gerade in den letzten warmen Wochen vermehrt Beschwerden eingegangen, die unangemessenes Verhalten der fahrradfahrenden Passanten bemängelten. Oft ist auch davon auszugehen, dass die grundlegenden Verkehrsregeln einfach nicht bekannt sind. Das ist schade, da es sich bei der Radel-Erlaubnis ja um eine Testphase handelt. Denn Ziel ist ein gemeinsames Miteinander in der Fußgängerzone, um letztendlich durch verstärkte Verlagerung des Verkehrs aufs Fahrrad eine spürbare Entlastung vom Pkw-Verkehr zu erreichen.

Einfache Regeln erleichtern das Miteinander

Wenn es auch den Beobachtungen entspricht, dass die überwiegende Mehrzahl der radelnden Bevölkerung sich in der Fußgängerzone rücksichtsvoll verhält, nehmen die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung die Beschwerden sehr ernst und zum Anlass, die Öffentlichkeit einmal mehr für ein friedliches Miteinander zu sensibilisieren. Dazu gehört in erster Linie die Einhaltung der Verkehrsregeln:

Die Fußgängerzone ist und bleibt eine Fußgängerzone! Dazu zählt auch die Busspur am Konrad-Adenauer-Platz. Die Benutzung durch Fahrräder ist zu geregelten Zeiten „frei“. Dies bedeutet laut Straßenverkehrsordnung: Schritttempo ist auch für Radfahrer vorgeschrieben! Besonders wenn viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, bedeutet jedes Beschleunigen über maximal 10 Stundenkilometer hinaus eine zusätzliche Gefährdung, bei Zusammenstößen trifft den Fahrradfahrer stets die Schuld. Außerhalb der geregelten Zeiten ist das Fahrradfahren in besagter Zone untersagt.

Fahrradfahrer haben darüber hinaus vorausschauend zu fahren, sprich Gefahren zu erkennen, wo Fußgänger die Bahn kreuzen könnten, und entsprechend bremsbereit zu sein. Wer hier meint, „Vorfahrt“ zu haben, zieht bei Kollisionen immer den Kürzeren, von der Verursachung ernster Verletzungen ganz zu schweigen.

Dies sind einfache Regeln, die jeder ohne große Not auf dem kurzen Stück Weg durch die Fußgängerzone beachten kann. Wer es eilig hat, nimmt die südliche Umgehung: Die neue Umweltspur entlang der Straße An der Gohrsmühle bietet eine komfortable, sichere und schnelle Umfahrung der Einkaufsmeile. Unsichere Radfahrer dürfen dort alternativ auch den nicht benutzungspflichtigen Radweg auf dem Gehweg befahren.

Keine Vorfahrt für Radfahrer am Zebrastreifen

Auch außerhalb der Fußgängerzone sind oft genug gefährliche Unsicherheiten in Sachen Verkehrsregeln zu beobachten. So ist vielen Radfahrern nicht bewusst, dass man auf dem Stahlross aufsitzend zwar Fußgängerüberwege („Zebrastreifen“) befahren darf, aber dort nicht vorfahrtberechtigt ist. Deshalb gilt die eiserne Regel: Langsam nähern, schauen, Augenkontakt mit Autofahrer aufnehmen und erst losfahren, wenn es offensichtlich ist, dass man vorgelassen wird. So kommen Radfahrer gesund und unfallfrei z.B. über den Zebrastreifen am Driescher Kreisel oder über die Einmündung Hauptstraße/Dechant-Müller-Straße. Wer absteigt und schiebt, gilt als Fußgänger und ist damit ganz auf der sicheren Seite.

Fahrradweichen signalisieren: Im Straßenraum ist Platz für alle

Zu Irritationen führen auch offenbar die an einigen Stellen neu eingerichteten „Fahrradweichen“, zum Beispiel an der Bensberger Straße in Richtung Bensberg kurz vor der Einmündung An der Jüch. Dort führt ein rot markierter Streifen vom Hochbord-Radweg auf die Fahrbahn. Diesem „Angebot“ müssen die Fahrradfahrer nicht folgen; wer unsicher ist, darf weiter auf dem „Bürgersteig“ fahren. Überall, wo Fahrradsymbole aufgetragen sind, ist das Fahrradfahren auch erlaubt. Natürlich gilt hier genauso wie in der Fußgängerzone: Rücksichtnahme und gegenseitige Verständigung zwischen Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern ist Pflicht. Auch wo keine Fahrradsymbole sichtbar sind, die roten Streifen aber über den Bürgersteig führen, dürfen Fahrradfahrer alternativ zur Fahrbahn unterwegs sein.