Fossiliensammlung: Schluss mit dem Dornröschenschlaf - Spender gesucht!

Fossiliensammlung

Städtische Fossiliensammlung im Bürgerhaus "Bergischer Löwe"

Öffnungszeiten:
Um eine vorherige telefonische Terminvereinbarung unter der Nummer 02202/294644 wird gebeten.

Fossilien und Mikroskop auf Ausstellungstisch
Im Vordergrund: ein Stück Panzerfisch - typischer Fund aus dem Strundetal
Weltbekannt in Fachkreisen und viel zu schade zum Verstecken ist die Bergisch Gladbacher Fossiliensammlung.

In den Vitrinen des Bürgerhauses Bergischer Löwe verharren die hochkarätigen Fundstücke, die zum großen Teil aus dem Stadtgebiet oder der unmittelbaren Umgebung stammen, zur Zeit im Dornröschenschlaf. Die derzeitige Ausstellung ist wenig informativ und stark veraltet. Der Grund wie so oft: Fehlende Finanzmittel. Der Kulturetat der Stadt ist ausgereizt, und die Fossiliensammlung fällt unter die Rubrik „Freiwillige Leistungen“, für die in der Haushaltssicherung keine zusätzlichen Mittel lockergemacht werden können.

Vize-Bürgermeisterin Ingrid Koshofer und Kultur-Fachbereichsleiter Dr. Lothar Speer wollen nun dem Schattendasein ein Ende bereiten. In dem Bergisch Gladbacher Geologen Dr. Hans Martin Weber und dem Vorsitzenden des Vereins Landschaft und Geschichte e.V., Randolf Link, haben sie zwei Experten gefunden, die sich engagieren wollen und Erfahrungen im Inventarisieren und Konzipieren von Ausstellungen mitbringen. Etwa ein Jahr, so schätzen die beiden Fachleute, wird die Vorbereitung für künftige öffentliche Präsentationen des Gesteins in Anspruch nehmen. Grundvoraussetzung: Es muss ein ausreichender Betrag an Spendengeldern zusammenkommen! Etwa 30.000 Euro werden benötigt.

Unterstützung hat auch die Bethe-Stiftung zugesagt, die Einzelbeträge bis 2000 Euro und ein Gesamtspendenaufkommen bis 15.000 Euro verdoppeln will. Außerdem schenkt die Universität Marburg durch Vermittlung von Dr. Weber der Sammlung zwölf wertvolle Sammlungsschränke aus einer Institutsauflösung. Ein Förderverein soll nicht gegründet werden: „Wir für Bergisch Gladbach e.V.“ unter Vorsitz von Ferdinand Linzenich hat sich bereit erklärt, den Part der administrativen und finanziellen Abwicklung zu übernehmen.

Das Projektteam möchte nun für die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger werben. Es besteht dadurch die Möglichkeit, eine neue, moderne und publikumswirksame Ausstellung zu schaffen, die verschiedenste Interessensgruppen anspricht! Führungen, Exkursionen und kleinere Sonderausstellungen sollen das Bildungsangebot abrunden.

Zu Bedeutung und Geschichte der Fossiliensammlung

Die Bergisch Gladbach-Paffrather Mulde und Umgebung ist seit fast 250 Jahren Gegenstand geologischer und paläontologischer Forschung. Die hier vorkommenden 360 bis 400Millionen Jahre alten Festgesteine der Devon-Zeit sind nicht nur von immenser wirtschaftlicher Bedeutung gewesen (Baustein, Kalk- und Dolomitabbau), sondern lieferten eine Vielzahl von bedeutenden Fossilfunden. Zu dieser Zeit befanden sich große Teile des heutigen Bergischen Landes noch auf der Südhalbkugel, bedeckt von einem tropisch warmen Meer, in dem sich riesige Riffsysteme mit einer artenreichen Fauna und Flora entwickelten. Die dort entstandenen Kalksteine können wir heute beispielsweise im Schlade- und Strundetal und an vielen anderen Stellen unserer Region betrachten. Die zum Teil erstklassig erhaltenen und seltenen Fossilien wurden in zahlreichen Publikationen und Lehrwerken immer wieder abgebildet.

Weltberühmt jedoch sind die devonischen Fischfunde aus dem Strundetal. Panzerfische, Quastenflosser, Lungenfische, Stachelhaie und Schmelzschupper wurden dort in hervorragenden Exemplaren gefunden, weshalb die Bergisch Gladbach-Paffrather Mulde zu den bedeutendsten Fischfundstellen im Devon gehört. Auch sehr seltene Krebse wurden entdeckt und hier erstmals beschrieben.
Das Team der Fossilienretter
Das Team der Fossilien-Retter: (v.l.) Ferdinand Linzenich, Dr. Hans Martin Weber, Thorsten Stöckert (Hypo-Vereinsbank, einer der Sponsoren), Ingrid Koshofer, Dr. Hans Günter und Ricarda Appel, Dr. Heimo Lüdke und Dr. Lothar Speer. Nicht dabei: Erich Bethe
Ein weiteres Highlight sind die Pflanzenfunde aus der Lindlarer Region, die vor etwa 390 Millionen Jahren die wohl weltweit ersten Wälder bildeten. Diese Wälder wurden durch schwere Stürme zerstört und sehr rasch eingebettet. Eine Fossilfundstelle von Weltruf.

Insofern befindet sich die Bergisch Gladbach-Paffrather Mulde nicht nur zeitlich (Devon), sondern auch paläogeographisch an einer besonderen Position: Küstenbereiche mit ersten Wäldern, Flachwasserbereiche mit Riffen und Lagunen, eine reiche Fischfauna, aus der sich etwa zu dieser Zeit die ersten Landwirbeltiere entwickelten und hochmarine Ablagerungsräume mit Massen von Tintenfisch-Verwandten, Plankton usw. Das alles auf engstem Raum!

Ein Teil der Exponate wurde von der Stadt in den 1950er Jahren angekauft, ein anderer sehr großer Anteil geht auf Schenkungen verschiedener Privatpersonen zurück. Viele Stücke stammen aus der unmittelbaren Umgebung, aber es sind auch Hunderte von Fossilien aus der gesamten Erdgeschichte vorhanden. Durch die praktische Hilfe der Experten soll die Zugänglichkeit größerer Sammlungsteile gewährleistet werden, auch gibt es Angebote, fehlende und/oder zusätzliche Exponate zur Verfügung zu stellen. Dennoch kosten Inventarisierung und Ausstellung viel Zeit und Geld. Ohne Spenden geht es einfach nicht!

Der Verein „Wir für Bergisch Gladbach e.V.“ hat ein Konto eingerichtet, auf das die Spenden für die Fossiliensammlung eingezahlt werden können.

Hier die Spenden-Kontonummer:

Wir für Bergisch Gladbach e.V.
Zweckbestimmung: Fossiliensammlung
VR-Bank Bergisch Gladbach
BLZ: 370 626 00
Kontonummer: 364 202 6010
IBAN: DE24 3706 2600 3642 0260 10
BIC: GENODED1PAF

So können Sie die Fossiliensammlung unterstützen

Die Spenden-Kontonummer:

Wir für Bergisch Gladbach e.V.
Zweckbestimmung: Fossiliensammlung
VR-Bank Bergisch Gladbach
BLZ: 370 626 00
Kontonummer: 364 202 6010
IBAN: DE24 3706 2600 3642 0260 10
BIC: GENODED1PAF

Der Bergisch Gladbacher Geopfad

Für alle Fossilien-Fans ist der Bergisch Gladbacher Geopfad ein absolutets Muss! Der Startpunkt der Wanderung liegt vor der Tür des Bürgerhauses Bergischer Löwe - genau gesagt am Gasthaus "Paas".

Der Geopfad führt durch die "Schlade" - ein urzeitliches Meeresriff - ins Strundetal und zurück in die Stadtmitte. 17 Informationstafeln weisen den Weg zu alten Steinbrüchen, Kalköfen, Erzgruben und Naturdenkmälern.

Bitte klicken Sie hier, um mehr zum Geopfad zu erfahren.
Geopfad-Infotafel
Bergisch Gladbacher Geopfad: Infotafel am Gasthaus Paas

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