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Integriertes Mobilitätskonzept  - MobiK GL

Das integrierte Mobilitätskonzept - MobiK GL untersucht die Gesamtmobilität der Stadt Bergisch Gladbach mit allen Auswirkungen auf das öffentliche und wirtschaftliche Leben. Dabei werden Wege mit dem Pkw und Lkw, mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad und auch Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, betrachtet.

Durch veränderte Bedürfnisse und Anforderungen der Mobilität – zum Beispiel neue innovative Verkehrssysteme (Car-Sharing, Elektromobilität), Wandel des Mobilitätsverhaltens der Bevölkerung – war es wichtig, im Rahmen des Mobilitätskonzeptes eine ganzheitliche Betrachtung von Verkehr, Städtebau und Umwelt vorzunehmen. Folgende Teilbereiche wurden im Mobilitätskonzept betrachtet:

  • Fuß- und Radverkehr,
  • öffentlicher Personennahverkehr (Bus und Bahn), 
  • Pkw-Verkehr sowie 
  • dienstliche und gewerbliche Fahrten.

Die künftigen Herausforderungen der Gesellschaft – Klimawandel, demografischer Wandel, Ressourcenverbrauch – betreffen auch die kommunale Verkehrs- und Stadtentwicklung, weshalb der Fokus des Mobilitätskonzeptes auf einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung liegt. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen zur Stärkung des Umweltverbundes (Bus, Bahn, Fahrrad, Fuß), durch den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und die Steigerung der Anzahl der Wege, die zu Fuß und mit dem Fahrrad oder in Kombination dieser umweltfreundlichen Verkehrsmittel zurückgelegt werden.

Besonders unterstützt wurde die Stadt Bergisch Gladbach bei der Erstellung des Mobilitätskonzeptes durch den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Im Rahmen des Förderprojektes „Kommunales Mobilitätsmanagement“ vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr ist Bergisch Gladbach 2013 zur Modellkommune gewählt worden. Neben der fachlichen Unterstützung innerhalb des Förderprojektes profitiert die Stadt Bergisch Gladbach zusätzlich durch die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen sowie Interessensvertretern. Weitere Informationen zum Förderprojekt erhalten Sie auf den Seiten des VRS.

Bergisch Gladbach - clever.vernetzt.mobil

Wo liegen die Stärken und Schwächen der Mobilität in Bergisch Gladbach? Wie kann eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Bergisch Gladbach gefördert werden? Welche Maßnahmen könnten helfen, die Verkehrsentwicklung in Bergisch Gladbach positiv zu beeinflussen?

Diese Fragen wurden innerhalb des Mobilitätskonzeptes behandelt und zusammen mit der Verwaltung, mit lokalen und übergeordneten Interessensvertretungen sowie den Bürgerinnen und Bürgern Bergisch Gladbachs diskutiert.

Arbeitsschritte

Das Konzept wurde in vier grundlegenden Arbeitsschritten erstellt. Neben einer ausführliche Bestandsaufnahme, zählte die Ausarbeitung von strategischen Leitzielen und die Entwicklung von konkreten Maßnahmen zu den wichtigsten Bausteinen im Konzept. Im gesamten Erarbeitungsprozess wurde durch eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gewährleistet, dass verschiedene Perspektiven der künftigen Mobilitätsentwicklung herausgestellt und bei der Erarbeitung des Konzeptes mit berücksichtigt wurden. Eine Übersicht über die Arbeitsschritte und die Teilergebnisse der Arbeitsschritte finden Sie hier.

Mobilitätsbefragung

Erstellt wurde das Mobilitätskonzept durch das Ingenieurbüro Rödel und Pachan aus Kamp-Lintfort. Ein zentraler Baustein des Mobilitätskonzeptes ist die Befragung zum Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger in Bergisch Gladbach. Im August und September 2014 wurden nach dem Zufallsprinzip 5.500 Haushalte angeschrieben und zur freiwilligen Teilnahme an der Befragung aufgefordert. Zuständig für die Befragung war das Ingenieurbüro Helmert aus Aachen. Die Befragung wurde im November 2014 erfolgreich beendet mit rund 6.800 erfassten Wegen der Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet. Die Ergebnisse der Befragung sind eine wichtige Grundlage für das Mobilitätskonzept der Stadt und wurden am 10.12.2014 im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss präsentiert. Nähere Informationen und den Abschlussbericht zur Mobilitätsbefragung erhalten Sie hier.

Bürgerbeteiligung

Die erste offene Bürgerbeteiligung fand am 04. Februar 2015 im Albertus-Magnus-Gymnasium statt mit dem Ziel eine erste Bestandsaufnahme der Chancen und Mängel des Verkehrs in Bergisch Gladbach durchzuführen. Im November 2015 ging es direkt in die zweite Runde der Beteiligung der Öffentlichkeit. Es wurden fünf Bürgerbeteiligungen in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt, bei denen die Maßnahmenentwürfe für die verschiedenen Verkehrsmittel vorgestellt wurden. Die dritte Beteiligungsrunde fand im Frühjahr 2016 statt, bei der das Gesamtkonzept offen gelegt wurde und Stellungnahmen zum Gesamtkonzept entgegengenommen wurden. Beschlossen wurde das Gesamtkonzept am 29.06.2016 in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr sowie des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses. Die nach den Beschlüssen der Politik abgeänderte finale Fassung des Mobilitätskonzeptes und weitere Informationen zur Bürgerbeteiligung finden Sie hier.

Umsetzung

Die im Mobilitätskonzept entwickelten Maßnahmen haben das Ziel den Modal-Split in Bergisch Gladbach positiv zu beeinflussen, indem der Radverkehr, die öffentlichen Verkehrsmittel und der Fußverkehr stark gefördert werden, mehr und bessere Angebote geschaffen werden und somit die Einwohner Bergisch Gladbachs Anreize bekommen ihr Mobilitätsverhalten zu verändern. Wenn die Maßnahmen des Mobilitätskonzeptes durchgeführt werden, soll der Pkw-Verkehr bis zum Jahr 2030 um 8% sinken und dadurch würde sich eine enorme Entlastung der Straßen ergeben. Vergleichbar ist die Entlastung mit der Situation an Knotenpunkten in den Ferienzeiten. Der Rückstau verkürzt sich, die Wartezeiten werden geringer und der Verkehr fließt flüssiger. Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept sind beispielsweise die Schaffung von Radverkehrsanlagen (sogenannten Schutzstreifen für den Radverkehr), um den Radfahrern ein besseres Angebot zu bieten und Wege die sonst mit dem Auto zurückgelegt wurden auf das Fahrrad zu verlagern. Außerdem ist ein Bestandteil des Mobilitätskonzeptes die Optimierung von Lichtsignalanlagen. Durch eine verbesserte Signalschaltung für den Pkw-Verkehr und auch den öffentlichen Verkehr kommt es zu einer besseren Verteilung der Verkehre im Stadtgebiet und weniger Stau. Die Maßnahmen wurden durch das Ingenieurbüro auf Grundlage von Kosten, Nutzen und Umsetzbarkeit priorisiert, sodass für Politik und Verwaltung ein genauer Handlungsrahmen bis zum Jahr 2030 vorliegt. Erste Maßnahmen wurden schon sukzessive während der Erarbeitung des Konzeptes begonnen und ihr Verlauf und Status kann auf den folgenden Seiten mitverfolgt werden. Für weitere Informationen klicken Sie hier.

Letzte Aktualisierung: 23.08.2016