Direkt zur Suche und Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Übernehmen

Konzeptbeschreibung der Umgestaltung am Deutschen Platz/Hindenburgplatz

Die hier vorliegende Konzeptbeschreibung ist das Ergebnis aus den vorangegangenen Beteiligungen im Rahmen der Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg, einer Onlinebeteiligung, Abstimmungsgesprächen mit dem Bergischen Geschichtsverein und Wohnungseigentümer-gemeinschaft (WEG) sowie einer historischen Analyse. Weitere Beteiligungen z.B. Vor-Ort-Begehungen werden folgen. Die Stadtverwaltung befindet sich somit mitten im Projekt. Die Ergebnisse und die daraus resultierende Planung soll der Politik am 03.12.2020 im Planungsausschuss (PLA) zum Beschluss vorgelegt werden.

Bei der Maßnahme A2 – „Aufwertung Deutscher Platz/Hindenburgplatz“ handelt es sich um eine stadt- und freiraumplanerische Schlüsselmaßnahme aus dem Integrierten Handlungskonzept (kurz: InHK) Bensberg, welche als übergeordneter Freiraum ein hohes Potenzial für den Stadtteil Bensberg besitzt.
Der Deutsche Platz und der Hindenburgplatz liegen am westlichen Rande der Schloßstraße, eingebettet zwischen der Kölner Straße und der Gladbacher Straße. Die beiden Plätze liegen auf unterschiedlichen Höhenniveaus und differenzieren sich in Nutzung und Atmosphäre – Platz- und Grünfläche. Im gegenwärtigen Zustand bilden die Plätze einen großzügigen Freiraum im städtischen Gefüge, erscheinen jedoch voneinander losgelöst und von der Umgebung abgekoppelt. Geprägt ist der Raum durch ein verwildertes Erscheinungsbild, das zur Entstehung eines Angstraumes beiträgt. Beide Plätze sind derzeit deutlich untergenutzt.

Grundkonzept

Unter dem Arbeitstitel „Neugestaltung trifft auf wechselvolle Geschichte“ zielt die Planung für den Deutschen Platz/Hindenburg Platz darauf ab, die Freiräume in Kombination mit ihrem geschichtlichen Kontext (wieder)zu beleben. Dabei soll die Aufenthaltsqualität im Plangebiet erhöht, Angsträume abgebaut und dafür vielfältige Nutzungsmöglichkeit angeboten werden. Durch die Berücksichtigung und Integration des geschichtlichen Rahmens, erhalten die Plätze ihre eigene Identität und prägen das Stadtbild mit ihrem besonderen Charakter.
Die Neugestaltung beabsichtigt die Plätze zur umliegenden Bebauung zu öffnen und ein vielseitiges Angebot an Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzergruppen zu etablieren. Gleichzeitig soll die Anbindungen der Plätze untereinander und an die Schloßstraße verbessert sowie die Platzeingänge deutlicher hervorgehoben werden. Aufgrund der besonderen Lage sowie der Wegebeziehung (Verlängerung der Schloßstraße Richtung Kölner Straße) wird der Raum als ein offener, multifunktionaler Ort entwickelt.
Funktional wird das Plangebiet eine differenzierte Zonierung erhalten, die aufeinander abgestimmt ist und Bewegungs- und Verweilorte schafft. Die differenzierte Zonierung des Plangebietes ergibt sich aus einer fundierten Auseinandersetzung mit historischen Karten und Bildern. Durch die Wegeführung im Plangebiet werden dieser stärker räumlich gefasst. Folgende Bereiche werden im Plangebiet definiert:
• Deutscher Platz
• Lindenallee
• Hindenburg Platz
• Wiesenfläche
• Spielplatz
• Terrasse auf der Tiefgarage

Aus den Beteiligungsprozessen und der historischen Analyse werden folgende Kernaussagen getroffen
• Das Plangebiet erhält seinen ursprünglich offenen Charakter zurück
• Die Wiesenfläche zwischen dem Deutschen Platz und Hindenburgplatz bleibt erhalten
• Die historische Lindenallee wird in ihrer Form erhalten und aufgewertet
• Der Hindenburgplatz erhält sein „blühenden“ Aspekt zurück
• Das Gefallenendenkmal und Stucker-Denkmal auf dem Deutschen Platz sollen wieder
sichtbar gemacht werden
• Wie nach den historischen Plänen des Architekten Bernhard Rotterdam erhält der Deutsche
Platz einen Solitärbaum, der als Pendant zum Gefallenendenkmal wirkt

Die nördlichen Randbereiche im Plangebiet werden ausgelichtet und eine neue Bepflanzung wird ergänzt. Der Eingang zum Deutschen Platz wird verschoben um eine optimale Begehung der Verkehrsinsel auf der Gladbacher Straße zu gewährleisten. Der Platz wird von einem barrierearmen Weg umgeben.
Es wird zwei Wegeverbindungen vom Deutschen Platz geben, die die sechs Bereiche stärker zonieren. Die erste Verbindung verläuft vom Platz in den Süden, direkt angrenzend an den Spielplatz. Hier wird der vorhandene Trampelpfad als Weg ausgebildet und endet an der Lindenallee. Durch die neue Wegeführung wird der bisher abgesonderte Spielplatz zu einem Teil der Gesamtmaßnahme und knüpft damit an die anderen Bereiche an.
Der zweite Weg ist die vorhandene Wegeverbindung, die von der Lindenallee hoch zum Deutschen Platz führt. Der Weg wird jedoch bis zum Deutschen Platz herangeführt und endet mit Blick auf das historische Gefallenendenkmal. Das Stucker-Denkmal wird verschoben und findet seinen neuen Platz im nördlichen Bereich der Wiesenfläche.

Ausstattungs- und Materialkonzept für das Plangebiet

Die Neugestaltung der beiden Plätze zielt u.a. darauf ab, vielseitige Nutzungsmöglichkeiten anzubieten. Aufgrund dieser Vielfalt soll der gesamte Freiraum eine gemeinsame Gestaltungssprache erhalten, die zurückhaltend, freundlich sowie einladend wirkt und einen harmonischen Gesamteindruck herstellt.
Die Flächenbeläge werden in einer hellen, freundlichen Farbe gestaltet. Die Ausstattungselemente wie Leuchten, Abfalleimer, Fahrradbügel und Bänke, die sich im gesamten Plangebiet wiederfinden, und die Blockstufen (s.u.) im Bereich Deutscher Platz und Spielplatz orientieren sich an einem Farbmotiv in Anthrazit. So schafft man trotz unterschiedlicher (Nutzungs-)Zonierungen ein einheitliches Bild im Plangebiet.
Die Elemente Beton und Holz, die in der umliegenden Umgebung aufzufinden sind, werden aufgegriffen und in der Gestaltung neu interpretiert und sind als wiederkehrende Elemente im gesamten Freiraum zu verstehen.

Vorplanung | Teilmaßnahmen

Deutscher Platz
Insgesamt sieht die Planung zum Deutschen Platz eine Steigerung der Aufenthaltsqualität auf dem Platz vor. Hierfür ist die Auslichtung der Bepflanzung um den Deutschen Platz vorgesehen, um Blickbeziehungen zu schaffen und Angsträume zu vermeiden.

Die quadratische Form des Deutschen Platzes wird durch den Bodenbelag und die neue Baumsetzung deutlicher als bisher hervorgehoben. Ein heller Betonstein führt insgesamt zu einem freundlichen Erscheinungsbild, der in Kombination mit anthrazitfarbenen Stadtmobiliar seinen eigenen Charakter erhält. An den Rändern wird der Platz von Blockstufen eingefasst, die sich hin zum Spielplatz und zur Wiese orientieren und so die einzelnen Bereiche stärker miteinander verknüpfen.
Die Besonderheit auf dem Deutschen Platz bildet der neue Baum, der durch seine Größe die anderen platzbildenen Bäume überragt. Der Baum ist eingebettet in ein Hochbeet mit integrierter Sitzmöglichkeit, die auf die Sitzstufen aufgebaut ist. Diese Ecksituation bildet das Gelenkstück im Plangebiet, da von hier aus in alle Bereiche eingesehen werden kann.

Spielplatz
Der angrenzende Spielplatz wird ausgelichtet und vergrößert. Der umgestaltete Spielplatz soll unter dem Motto „internationales Spielen“ weiter qualifiziert werden. Mithilfe einer Kinderbeteiligung wird ermittelt, welche Länder für die Kinder interessant sind und welche Assoziation mit dem Land verbunden werden. Die Anregungen der Kinder fließen später in die Auswahl der Spielgeräte ein. Angedacht ist, dass der Spielbereich ein „naturnahes“ Spielen ermöglicht.

Wiese
Die Bestandswiese, der Mittelpunkt des Plangebiets, bleibt erhalten. Der nördliche Bereich der Wiese, stückweise abgeschottet dennoch einsehbar, wird aufgewertet indem neue Sitz- und Liegeflächen angeboten werden. Ein Erholungsraum entsteht, der Verweil- und Aufenthaltsqualität im Plangebiet steigert.

Lindenallee
Die historische Lindenallee bleibt in ihrer jetzigen Form erhalten. Aufgrund der zentralen Lage und als Teil der Achse zwischen Köln und dem Bensberger Schloss soll diese Wegebeziehung über die Terrasse über der Tiefgarage hinaus weitergeführt werden. Die Lindenallee erhält eine neue wassergebundene Wegedecke. Die Ausstattungselemente verbinden die beiden auf unterschiedlichen Ebenen liegenden Bereiche – Lindenallee und Schloßstraße über die Terrasse – miteinander. Um die Bedeutung der Lindenallee stärker hervorzuheben, führt eine parallellaufende Muldenrigole entlang der Lindenallee.

Terrasse
Die Treppe sowie die Terrasse oberhalb der Tiefgarage bekommen ein neues, filigraneres Geländer, über das hinweg auf die Bestandswiese geblickt werden kann. Die Terrasse erhält zusätzliche Sitzmöbel und außerdem eine barrierearme Rampe. Die Terrasse liegt genau in der zentralen Achse und soll als offener Platz mit vielen Blickbeziehungen gestaltet werden. Geprüft wird derzeit, ob ein Teil der Treppe durch einen neuen Treppenaufgang ersetzt werden kann. Die Abstimmungen mit den privaten Gebäudeeigentümern sind bereits angelaufen.

Hindenburgplatz
Der im Süden gelegene Hindenburgplatz wird durch die historische Lindenallee von der Bestandswiese getrennt. In Anlehnung an den historischen Hintergrund des Hindenburgplatzes „blühender Platz“ soll eine große Wildblumenwiese entstehen.

Den Übersichtsplan zum Vorentwurf gibt es hier. Die Analysepläne (Stärken, Schwächen, historischer Kontext, etc.) gibt es hier. Die vorausgegangene Konzeptbeschreibung gibt es hier nochmals als PDF.