Direkt zur Suche und Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Übernehmen

"fairliebt in Bergisch Gladbach" – Die Kampagne zur Förderung des fairen Handels

Aktionen rund um das Thema fairer Handel

Bergisch Gladbach ist Fairtrade-Stadt!

Als eine von weltweit über 1000 Städten führt Bergisch Gladbach seit Anfang 2012 den Titel „Fairtrade-Stadt“ - unter dem Motto "fairliebt in Bergisch Gladbach". In den Kreis der „Fairtrade-Towns“ werden Städte aufgenommen, die sich durch ein hohes Maß an Engagement für den fairen Handel auszeichnen.

Was bedeutet Fairtrade?

Viele der Waren, die wir konsumieren, werden nicht in Deutschland oder Europa produziert. Wir wissen häufig nicht, woher sie kommen und schon gar nicht, unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Welche Kinderhände haben an diesem oder jenem Produkt mitgearbeitet? Welche Frau hat für einen Hungerlohn stundenlang T-Shirts genäht? Oder welcher Mann hat per Sandstrahl Jeans "veredelt"? Ihm ist es übrigens egal, ob die Jeans ein hochpreisiges Label trägt oder Billigware ist.

Bauernfamilien, Plantagenarbeiter oder Fabrikarbeiter leben in der Regel unter dem Druck des Weltmarktes, d.h. unter schwankenden und niedrigsten Preisen, und unter einem ausbeuterischen Zwischenhandel. Die Folgen reichen von Verschuldung über Arbeitslosigkeit bis hin zur Verelendung ganzer Familien. Alternativen gibt es häufig nur wenige, und wenn doch, sind diese noch schlimmer: Drogenanbau, Prostitution, Kinderarbeit, Flucht in die Elendsviertel der Großstädte oder Emigration.

"Fairtrade" bedeutet "fairer Handel". Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Ziel von Händlern und Konsumenten, für die Arbeit der Menschen in den Entwicklungsländern faire Preise zu zahlen und gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen. Vom fairen Handel spricht man, wenn bestimmte Kriterien und Bedingungen bei der Herstellung und dem Verkauf von Produkten erfüllt sind. So erhalten zuerst die Produzenten und Arbeiter gerechte Löhne, mit denen sie und ihre Familien menschenwürdig leben und überleben können. Zudem fließt ein Teil des Erlöses fair gehandelter Produkte in die Förderung sozialer und ökologischer Projekte, die die persönlichen Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen verbessern. So können in den Dörfern z.B. Brunnen und Schulen gebaut werden. Langjährige Abnahmeverträge geben den Produzenten zusätzliche Sicherheit.

Der faire Handel fördert darüber hinaus einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen bei Produzenten, Händlern und Konsumenten. Regelmäßige Kontrollen garantieren eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Produktion.

Warum unterstützt die Stadt Bergisch Gladbach den Fairen Handel?

Die Stärkung des fairen Handels ist die effizienteste Art der Entwicklungsförderung! - Das ist ein starkes Argument des Rates, der Verwaltung und der Bürgerschaft für Fairtrade.

Mit der Unterzeichnung der Resolution zur Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit am 12. Juni 2010 hat sich die Stadt Bergisch Gladbach dazu verpflichtet, aktiv an der Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit mitzuwirken und den fairen Handel zu unterstützen (zum Text s. rechte Spalte).

In Schulen, Vereinen, Verbände oder im privaten Alltag folgen immer mehr Menschen der Empfehlung, saisonale, regionale oder fair gehandelte Produkte zu erwerben - Produkte, deren Herstellungsprozess sie kennen oder dem sie vertrauen. Dabei helfen zahlreiche Verbraucherinformationen, z.B. die Siegel des fairen Handels (s. rechts "Siegelkunde").

Viele kleine Schritte werden die Welt verändern!

Was bedeutet der Titel "Fairtrade-Stadt"?

Die weltweite Kampagne „Fairtrade-Towns“ wurde 2000 in England ins Leben gerufen. Seither wurden knapp 1000 Städte als „Fairtrade-Town“ ausgezeichnet, darunter San Francisco, Rom, London und Brüssel. 2009 ist die Kampagne auch in Deutschland angekommen. Hier läuft der Wettbewerb unter dem Namen „Fairtrade-Stadt“.

Als erste „Fairtrade-Stadt“ Deutschlands wurde 2009 Saarbrücken ausgezeichnet. Seither folgen Monat für Monat bundesweit mehr Städte, Kreise und Gemeinden. Inzwischen tragen knapp 40 deutsche Städte den Titel „Fairtrade-Stadt“, darunter: Augsburg, Bonn, Dortmund, Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Neuss, Nürnberg, Trier, Tübingen, Wolfsburg, Wuppertal - und Bergisch Gladbach!

Der Kölner Verein TransFair e.V. verleiht und überprüft die Auszeichnung "Fairtrade-Stadt".

Welche Kriterien musste Bergisch Gladbach für den Titel "Fairtrade-Stadt" erfüllen?

Um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt werden:

  1. Bildungsaktivitäten in Schulen, Vereinen, Kirchen - alle sind gefragt
    In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen werden Fairtrade-Produkte angeboten und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.
    Bei einer Einwohnerzahl unter 200.000 muss jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden, die mindestens einmal im Jahr eine attraktive Aktion durchführen.
  2. Medien als Multiplikator
    Die örtlichen Medien berichten über die Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“. In mindestens vier Artikeln pro Jahr sollten Projekte begleitet werden, damit der Fairtrade-Gedanke in der Öffentlichkeit Fuß fasst. 

Und Sie?

Mehr als ein Drittel der Deutschen denkt, dass der faire Handel eine gute Sache ist.

Doch nur bei sehr wenigen der Befragten finden fair gehandelte Waren regelmäßig Platz im Einkaufswagen. Es gibt also noch eine große Kluft zwischen der geäußerten Haltung zur Idee des Fairen Handels und der späteren Kaufentscheidung.

Handeln und kaufen Sie fair?