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Digitale Stadt

Bergisch Gladbach hat es leider nicht unter die besten fünf Städte im Wettbewerb „Digitale Stadt“ geschafft. Zu den Finalisten zählen Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg. „Wir bedauern, nicht unter den fünf Finalisten zu sein, da dies eine außergewöhnliche Chance für Investitionen in Bergisch Gladbach gewesen wäre“, so Michael Möller, kommissarischer Leiter des Fachbereiches Allgemeine Verwaltung, gleichzeitig IT-Chef der Stadtverwaltung und verantwortlich für das Projekt. „Warum wir nicht in die engere Wahl fielen, werden wir von Seiten der Bitkom nicht erfahren. Daher bleibt uns nur die Feststellung, dass wir in der Kürze der Zeit einen sehr guten Abstimmungsprozess geführt haben, den es jetzt gilt, auch ohne den Wettbewerb fortzuschreiben. Dies hatten wir im Vorfeld bereits als Sekundärziel festgelegt und dies stellt bereits einen Gewinn für die Stadt Bergisch Gladbach dar. Wir wünschen den verbliebenen Städten eine spannende Zeit und gutes Gelingen.“ Auch Bürgermeister Lutz Urbach sieht das Positive der aktuellen Entwicklung: „Die Wettbewerbsteilnahme ist gut verlaufen, das Team um Michael Möller hat viel geschafft. Der Aufwand war aus unserer Sicht nicht vergeblich, da wir diese Erkenntnisse für Projekte der Digitalen Stadt Bergisch Gladbach nutzen können.“ Erläuterungen zur Juryentscheidung seitens der Bitkom sind nicht bekannt.

„Wir haben mit unserer Bewerbung eine Geschichte aus und zu Bergisch Gladbach erzählt“, beschreibt Möller die Idee hinter dem Bewerbungsaufbau. „Wichtig war es uns, eine ehrliche Bewerbung abzugeben, die auch zu uns passt.“ Mit Unterstützung der Firma Oevermann, der Agentur Alpha & Omega PR und der Fachhochschule der Wirtschaft ist dabei ein 193-Seiten umfassendes Werk unter dem Titel „Die Digitale Stadt … für mehr Lebensqualität“ entstanden.

„Alle Bewerber haben sehr gut durchdachte und überzeugende Konzepte vorgelegt. Jedes dieser Konzepte ist preiswürdig, die Jury hatte eine schwierige Entscheidung zu treffen“, lässt der Digitalverband Bitkom – eine der Initiatoren des Projektes – verlauten. Insgesamt hatten sich 14 Städte mit 86.000 bis 156.000 Einwohnern aus dem gesamten Bundesgebiet beworben. Der Wettbewerb geht nun in eine Individualisierungsphase mit dem Ziel, die möglichen digitalen Angebote auf den konkreten Bedarf der Finalstädte zuzuschneiden. Die fertigen Konzepte werden die Oberbürgermeister am 31. Mai in Berlin vorstellen. Die Gewinnerstadt wird im Juni 2017 beim Nationalen Digitalgipfel bekanntgegeben. Die ersten Anwendungen sollen schon im Jahr 2018 in Betrieb gehen.

Hintergrund

Die Bewerbung der Stadt Bergisch Gladbach im Wettbewerb „Digitale Stadt“ wurde am 14. März 2017 eingereicht. „Der Zeitplan war von Anfang an sehr sportlich“, erinnert sich Bürgermeister Lutz Urbach. „Wir haben Mitte Dezember von dem Wettbewerb erfahren und kurz vor Weihnachten in der Verwaltungskonferenz beschlossen, uns zu beteiligen.“

Der Wettbewerb wurde vom Deutschen Städte- und Gemeindebund gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom ausgerufen. Bewerben konnten sich Kommunen im Größenbereich zwischen 100.000 und 150.000 Einwohnern, die eine Hochschule in der Stadt vorweisen können und eine gute Verkehrsinfrastruktur bieten; Die (Ober-)Bürgermeister der in Frage kommenden Kommunen wurden angeschrieben und zur Teilnahme aufgefordert, so auch Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach. Die Stadt, die letztendlich den Zuschlag bekommt, erhalte die Chance, als „europaweit einzigartige digitale Modellstadt“ ausgebaut zu werden, so die beiden auslobenden Verbände. 24 Unternehmen tätigen in der Gewinnerstadt dann Investitionen in 2-stelliger Millionenhöhe. Als Grundlage dient zunächst die Einrichtung sogenannter „Giga-Bit“-Netze, die sowohl mobil als auch leitungsgebunden einen weitgehenden Ausbau digitaler Angebote möglich macht.

„Die heiße Phase begann bei uns Anfang Januar“, so Möller. „In kurzer Zeit haben wir das Projektteam zusammengestellt, einen runden Tisch mit Interessenvertretungen organisiert und Bürgerbefragungen durchgeführt“. Doch das Projektteam hatte noch mehr Ideen, um die Bewerbung kreativ und erfolgreich zu gestalten: So wurden neben Gesprächsrunden mit Studenten der Fachhochschule der Wirtschaft auch Gesprächsrunden in Unternehmen wie der Firma Oevermann Networks angeboten. In der Schlussphase hat das Projektteam die 600 Ideen, die eingereicht wurden, aufgenommen und für die Bewerbung verdichtet.