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Bergisch Gladbach will „Fairtrade-Stadt" werden

Bergisch Gladbach will „Fairtrade-Stadt" werdenBild vergrößernFrau Werner und Bürgermeister Urbach

Bergisch Gladbach - „Fairtrade-Stadt". Schon bald kann die Kreisstadt bei erfolgreicher Bewerbung diesen Titel tragen. Bürgermeister Lutz Urbach will dem Stadtrat die Teilnahme an der Kampagne „Fairtrade-Stadt" vorschlagen, die in Großbritannien ins Leben gerufen wurde und 2009 auch in Deutschland angekommen ist.

„Fairtrade-Stadt" zu werden, bedeutet ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt durch globale Verantwortung und städtische Vorbildfunktion zu setzen. Im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und im nachhaltigen Umgang mit der Natur soll solchen Produkten der Vorzug gegeben werden, die fair gehandelt werden („Fairtrade-Produkte"). Fairtrade-Produkte sind mit einem speziellen Siegel gekennzeichnet und garantieren humane Arbeitsbedingungen, die Einhaltung von Menschenrechten sowie eine Reihe sozial, ökologisch und ökonomisch gebotener Standards.
Ein wesentlicher Aspekt des Fairtrade-Gedankens ist auch der Ausschluss von Waren, die durch ausbeuterische Kinderarbeit produziert wurden. Insofern hat der Stadtrat bereits einen ersten Schritt in die richtige Richtung unternommen, als er im Juni 2010 eine entsprechende Resolution gefasst hat.

Die Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Stadt" geht einen Schritt weiter und setzt die Erfüllung von fünf Kriterien voraus:

1.  Der Rat der Stadt Bergisch Gladbach beschließt, den Titel „Fairtrade-Stadt" anzustreben. Dies bedeutet u. a., dass bei den Sitzungen der Ausschüsse und des Rates, bei denen dies üblich ist, im Bürgermeisterbüro und in den Büroräumen des Verwaltungsvorstandes fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird.
 
2. Eine lokale Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten vor Ort. Hierin vertreten sind Mitglieder aus Verwaltung, Einzelhandel, Medien, Kirchen, Schulen, der Verbraucherzentrale usw.
 
3. In Bergisch Gladbach (mit 110.000 Einwohnern) müssen 21 Geschäfte und 11 Gastronomiebetriebe fair gehandelte Produkte anbieten oder verwenden.

4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen werden Fairtrade-Produkte angeboten, und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel" durchgeführt. Bei einer Einwohnerzahl unter 200.000 müssen eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden, die mindestens einmal im Jahr eine attraktive Aktion durchführen.

5. Auch die örtlichen Medien müssen motiviert werden: In vier Artikeln pro Jahr sollte über die Aktion berichtet werden.

Die weltweite Kampagne „Fairtrade-Towns" wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Seitdem wurden knapp 1000 Städte als „Fairtrade-Towns" ausgezeichnet, darunter San Fransisco, London, Brüssel und Rom. Inzwischen tragen auch 36 deutsche Städte den Titel „Fairtrade-Stadt", z.B. Augsburg, Bonn, Dortmund, Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Neuss, Nürnberg, Trier, Tübingen.

Die Auszeichnung „Fairtrade-Stadt" verleiht der Kölner Verein TransFair e.V. für jeweils zwei Jahre an Städte und Kreise. Danach wird überprüft, ob die Stadt noch die Kriterien der Kampagne erfüllt.

Bürgermeister Lutz Urbach will dem Haupt- und Finanzausschuss den Vorschlag in seiner Sitzung am 24. März 2011 vorlegen. Die Entscheidung fällt der Rat am 29. März.

Aber auch die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu engagieren: Ideen, die im Zusammenhang mit der „Fairtrade-Stadt" Bewerbung stehen und in der Steuerungsgruppe verwirklicht werden können, sind herzlich willkommen und werden von der Projektkoordinatorin Frau Nancy Werner, Büro des Bürgermeisters, Tel 02202 - 14 2236 entgegengenommen.