Jedes Jahr 5 Millionen weniger Ausgaben - das ist das ehrgeizige Ziel, das die Stadt Bergisch Gladbach erstmals bei der Einbringung des Haushalts 2011 umsetzen will. Nach den Krisenjahren 2009 und 2010 mit bis zu 33 Millionen Minus liegt das erwartete strukturelle Defizit für 2011 bei 27,5 Millionen Euro. Bürgermeister Lutz Urbach schlägt moderate Erhöhungen bei Grund- und Gewerbesteuer vor, um die Einsparungen insbesondere im Bereich Jugend, Bildung und Soziales abmildern zu können.
In seiner Etatrede vor dem Stadtrat appellierte Urbach an alle Bürgerinnen und Bürger, ihren Beitrag zum Verzicht zu leisten. Was nicht mehr gehe, sei der oft gehörte Einwand 'Natürlich muss gespart werden, aber doch nicht bei uns'. Urbach in seiner Rede wörtlich: "Gegen rund 30 Millionen Euro Jahresdefizit können wir uns nicht wehren, wir können auch nicht mehr verhandeln, wir alle haben Jahresdefizit und Schulden zu verantworten."
Die moderaten Steuererhöhungen sollen auf der anderen Seite dazu beitragen, in Bergisch Gladbach ein Stück Lebensqualität zu erhalten. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Stadt erst am Anfang eines langen Prozesses der Haushaltssicherung steht, eng verknüpft mit einem äußerst schmalen Korridor für freiwillige Leistungen wie Kultur oder Jugendarbeit.
Vor dem Hintergrund der Schuldenberge auch bei Bund und Land sieht Bürgermeister Urbach es als dringend notwendig an, die kommunale Finanzmisere aus eigener Kraft immer besser in den Griff zu bekommen: "Tauschen wir doch vor diesem Hintergrund die Worte 'kaputt sparen' gegen 'gesund sparen' aus."