D 115 - die bundesweit einheitliche Behördennummer

Effektiv für noch mehr Bürgernähe

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Nach Bergisch Gladbach gezogen und das Auto noch nicht umgemeldet? Fragen zu Trauung, Elterngeld oder Hausbau? Seit dem 4. Juni gibt es dafür in Bergisch Gladbach und dem Rheinisch-Bergischen Kreis eine Telefonnummer, die alles weiß: 115 - die einheitliche Behördennummer.

Mit der Teilnahme am Pilotprojekt D 115 gehen Stadt und Kreis einen weiteren Schritt in Richtung Bürgernähe und Unternehmensnähe. D115 macht möglich, dass alle Ämter unter derselben Telefonnummer zu erreichen sind – und das behördenübergreifend und bundesweit.

Die Vorteile

Die Vorteile für Bürger und Unternehmen liegen auf der Hand: D115 spart Zeit, ist unkompliziert und zuverlässig. Zuständigkeiten und einzelne Telefonnummern müssen nicht mehr aufwändig recherchiert werden. Ohne den komplexen Verwaltungsapparat im Detail verstehen zu müssen, erhalten die Anrufer verständliche und verlässliche Auskünfte. Viele lästige Behördengänge werden überflüssig, denn die meisten Anliegen können direkt beim ersten Anruf geklärt werden. Die Mitarbeiter in den D115-Servicecentern sind verantwortungsvolle Partner und kompetente Berater für jeden Anrufer. Ein "Wir sind nicht zuständig" gibt es mit D115 nicht mehr.

Die 115 ist Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar. Wenn ein Anliegen nicht direkt beantwortet werden kann, erhält der Anrufer innerhalb von 24 Stunden innerhalb der Servicezeiten eine Rückmeldung je nach Wunsch per Mail, Fax oder Rückruf. Die eigenen kommunalen Telefonzentralen werden deswegen nicht abgeschafft: Die Stadt Bergisch Gladbach ist weiterhin auch unter 02202/140 zu erreichen, der Rheinisch-Bergische Kreis unter 02202/130.

Auch Verwaltung und Politik profitieren von D 115: Die Fachebene wird für allgemeine Auskünfte weniger beansprucht, da möglichst viele der Erstfragen bereits beim Erstkontakt beantwortet werden. D115 stärkt zudem die ebenenübergreifende Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch untereinander: das Projekt wächst von unten nach oben, Kommunen, Länder und Bund gestalten es zusammen. Das Projekt basiert auf Gemeinsamkeit, Gegenseitigkeit und enger Einbeziehung aller Beteiligten. Als Dienstleistung ist D115 außerdem eine Marke, die für hohe Qualität steht: Die Teilnahme am D115-Verbund ist damit ein "Qualitätssiegel" für die eigene Verwaltung.

Die Entstehung

Die Idee für das Projekt D115 wurde auf einem IT-Gipfel der Bundeskanzlerin geboren und vom Bundesministerium des Innern und dem Land Hessen gemeinsam mit den Modellregionen, Landes- und Bundesbehörden entwickelt. Der Rheinisch-Bergische Kreis und die Stadt Bergisch Gladbach haben sich zusammen mit Call-NRW und den Städten Köln, Bonn, Leverkusen, Frechen und Hürth, dem Landschaftsverband Rheinland und dem Rhein-Erft-Kreis auf Initiative der Stadt Köln an dem Pilotprojekt beteiligt. Das Service Center Köln (bisher Call Center) übernimmt für die beteiligten regionalen Partner die Bearbeitung der Anfragen. D115 wurde bisher von den Bürgern sehr gut angenommen: Am 25. Mai ging nach zwei Monaten Pilotbetrieb bereits der 500.000 Anruf ein.

Die Kosten

Für die anfallenden Personal-. Arbeitsplatz- und Vermittlungskosten berechnet das Service Center Köln einen Erstattungsbetrag von 1,28 € je Produktivminute. Erfahrungsgemäß dauert ein Gespräch circa drei Minuten.

Kosten für die Nutzer
Festnetz: 0,07 €
Mobilfunk: ca. 0,20 €
öffentliche Telefone: 0,34 €
Internettelefonie -VoIP-: zur Zeit noch nicht kalkuliert

Die Modellregionen

Modellregionen sind diejenigen Kommunen, Städte und vergleichbare Verwaltungseinheiten, die sich bereit erklärt haben, einen Pilotbetrieb für die Rufnummer 115 zu starten. Sie wurden im Rahmen eines Auswahlverfahrens im Herbst 2007 bestimmt.

150 Experten aus Kommunen, Ländern und Bund haben gemeinsam mit der Projektgruppe des Bundesministeriums des Innern und des Landes Hessen ein Feinkonzept mit technischen und organisatorischen Vorgaben für den Pilotbetrieb entwickelt.

Folgende Modellregionen haben seit dem Start des Pilotprojekts am 24. März 2009 erfolgreich am Testbetrieb zur Vorbereitung auf die Pilotphase teilgenommen bzw. starten heute:
 
• Berlin
• Hamburg
• Hessen (Main-Taunus-Kreis, Regierungspräsidium Darmstadt, Regierungspräsidium Gießen, Regierungspräsidium Kassel).
• Nordrhein-Westfalen (Aachen, Arnsberg, Bad Salzuflen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Frechen, Köln, Landschaftsverband Rheinland, Kreis Lippe, Mülheim/Ruhr, Rhein-Erft-Kreis, Staatskanzlei (Call NRW), Wuppertal)
• Stadt Oldenburg in Niedersachsen
• Einrichtungen des Bundes (Bundesministerium für Arbeit und Soziales - BMAS, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - BMFSFJ, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung - BPA, Bundesministerium des Innern - BMI, Bundeskanzleramt - BK, Statistisches Bundesamt - StBA, Informations- und Wissensmanagement der Zollverwaltung - IWM-Zoll, Steuerliches Info-Center - SIC, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung - BMVBS, Auswärtiges Amt - AA, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie - BMWi, Bundesminis-terium für Umwelt - BMU, Bundesministerium der Verteidigung - BMVg)

Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt sowie Vertreter aus Kommunen dieser Länder, die ebenfalls an der Erarbeitung des Feinkonzeptes mitgewirkt haben, planen den Einstieg in die Pilotphase zu einem späteren Zeitpunkt.

Darüber hinaus haben die Vertreter der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein ihr grundsätzliches Interesse am Projekt angemeldet.

Langfristig soll nach dem erfolgreichen Praxistest im Pilotbetrieb der D115-Verbund in seiner Flächenausdehnung und in den angebotenen Leistungen weiter wachsen. Der Übergang zwischen Pilotierung und Wirkbetrieb wird fließend sein. Neue D115-Servicecenter werden laufend in den D115-Verbund aufgenommen.

Das Zusammenwirken der Kommunalebene mit Bundes- und Landesverwaltungen und deren enge Vernetzung im D115-Verbund sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg des Projekts.

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