Topografische Vermessung
Das Wort Topografie leitet sich vom griechischen topos Ort und grafeïn (γραφειν) zeichnen, beschreiben ab, was wörtlich Ortsbeschreibung und sinngemäß Geländeskizze oder Landkarte bedeutet.
Die Aufgabenstellung der topographischen Vermessung:
Form, Erscheinung und Nutzung der Erdoberfläche erfassen.
Die durch den Außendienst der Fachaufgabe Vermessung ausgeführte örtliche Vermessung erfolgt auf der Grundlage amtlicher Aufnahmepunkte im Gauß-Krüger-Koordinatensystem und der Nivellementsfestpunkte im Höhensystem über NN (Normal-Null), tlw. auch Bestimmung mit GPS (ETRS89), für den Maßstab 1:500.
Bestimmt werden bei der Vermessung die Straßenführungen, (Bordsteinführungen, Geh- und Radwege, Parkbuchten, Mittel – und Grünstreifen, Verkehrsinseln...), Baumstandorte unter Angabe des Stamm- und Kronendurchmessers, Gebäude mit Angabe der Hausnummer, der Anzahl der Geschosse und der Dachform, Grundstückseinfriedungen und als Symbole die Einrichtungen der Ver- und Entsorgung, der Verkehrsführung und der Beleuchtung, sowie Informationen zur Höhenlage in Form von einzelnen Höhenpunkten und Höhenquerprofilen.
Diese vor Ort mit einem Tachymeter erhobenen Daten werden im Innendienst in den Computer eingelesen und weiter verarbeitet.
Digitale Pläne und Karten werden rechnergestützt unter Einsatz verschiedener CAD (Computer Aided Design) und GIS – Programme am Computerarbeitsplatz erstellt und bearbeitet.
Nach Abschluss der Auswertungen werden die Ergebnisse für die Auftraggeber/innen zusammengestellt, dokumentiert und dann in digitaler Form oder als Ausdruck (Plot) übergeben. Die FA Vermessung sammelt die im Stadtgebiet erhobenen topografischen Daten in einer Datenbank, die auch einen Sekundärbestand des Liegenschaftskatasters ( z.B. Flurstücke mit Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer) enthält. Diese Datenbestände dienen als Grundlage für Planungen und Verwaltungsvorgänge anderer Fachaufgaben der Stadtverwaltung oder auch externer Büros.
Insgesamt decken sie das Stadtgebiet in bebauten Bereichen größtenteils ab.
Diese Daten bzw. Pläne sind zum einen Planungsunterlage für die Ausbauplanung im Tiefbau (Straßen – Kanal - und Stadtbahnbau), für Bauvorhaben des Hochbaus (Lagepläne, Pläne städt. Liegenschaften), für das Abwasserwerk (Kanäle, Gewässerunterhaltung und Gewässerschutz), für die Stadtplanung ( Bebauungsplangrundlage) und zum anderen Bestandsplan, der den durch eine topografische Schlussvermessung ermittelten, endgültigen Sachstand enthält.
Topografische Aufnahme der Bäche im Stadtgebiet
Im Stadtgebiet Bergisch Gladbach hat die Fachaufgabe Vermessung einen Großteil der Fließgewässer für ein Projekt des Abwasserwerks aufgemessen.
Dabei wurden von jedem Bach der Verlauf, das Gewässerbett, der Uferbereich und die Bauwerke (Brücken, Rohre, …) durch die Aufnahme von Profilen und Bauwerksaufmaßen bestimmt.
Diese vor Ort erfassten Daten wurden an graphischen Arbeitsplätzen aufbereitet und an das Abwasserwerk zur Berechnung eines NA-Modells (Niederschlag-Abfluss-Modell) weitergegeben.
Das Modell der Fließgewässer im Stadtgebiet vermittelt ein genaues Bild der aktuellen Situation und verdeutlicht, an welchen Punkten wieder natürliche Überschwemmungsgebiete geschaffen werden müssen oder durch naturnahe Bauweisen Wasserrückhalt im Gewässerbett bewirkt werden kann.