Umwelt & Technik Immissionsschutz
Richtig heizen mit Ofen und Kamin
Weniger Feinstaub bei umweltgerechtem Verhalten – Haushalte produzierten mehr Feinstaub als der gesamte Straßenverkehr
Je ungemütlicher das Wetter zur kalten Jahreszeit wird, desto behaglicher wärmt zu Hause das eigene Kaminfeuer. Kachelöfen und offene Kamine erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der stark gestiegenen Gas- und Ölpreise. Was dabei oft vergessen wird: Die Belastung mit Feinstaub und Schadstoffen durch offene Feuerstätten in Privathaushalten ist immens. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes produzieren die rund 14 Millionen Feuerstätten in deutschen Haushalten mehr Feinstaub als alle hierzulande zugelassenen Autos, LKWs und Motorräder zusammen – Tendenz steigend.
Bislang gibt es für Feuerungsanlagen mit einer Wärmeleistung von unter 15 Kilowatt weder Grenzwerte noch eine Genehmigungspflicht. Umso wichtiger ist es, die Öffentlichkeit für die Feinstaubbelastungen zu sensibilisieren. Insbesondere offene Feuerstellen weisen die höchsten Emissionswerte auf; es folgen Kamin- und Kachelöfen sowie Holzpelletanlagen.
Was Sie beim Heizen von Ofen und Kamin beachten sollten:
- Zum Anzünden nur dünnes Holz oder Anzünder verwenden!
- Auf gar keinen Fall Spanplatten, Sperrmüll, Verpackungsmaterial, Pappe oder Papier verbrennen!
- Brennraum nur zur Hälfte befüllen, Durchmesser der Holzscheide ca. 6 cm.
- Nur unbehandeltes, naturbelassenes Holz und Holzbriketts verfeuern.
- Nur trockenes Holz (Restfeuchte unter 20%) verwenden.
- Auf die Wetterlage achten!
Beim Holzkauf sollten Sie darauf achten, dass das Holz gut abgelagert und trocken ist. Nur Holz mit einer Restfeuchte von unter 20% erreicht einen vernünftigen Brennwert. Als Faustregel gilt für Pappeln und Fichten eine Mindestlagerzeit von einem Jahr. Linden, Erlen und Birken sollten ein bis zwei Jahre lagern. Das Holz von Buchen, Eschen und Obstbäumen muss zwei Jahre durchtrocknen. Die größte Restfeuchte hat Eichenholz, das erst nach zwei bis drei Jahren zum Heizen geeignet ist.
Fragen Sie Ihren Holzlieferanten nach der Restfeuchte und messen Sie gegebenenfalls mit im Fachhandel erhältlichen Feuchtigkeitsmessgeräten selbst nach – zur Optimierung der Energiebilanz und im Interesse einer sauberen Umwelt!