Kulturpfad Grube Weiß

Allgemeine Entwicklungsziele

Die Maßnahmen orientieren sich vor allen Dingen - aber nicht ausschließlich - an der Stärkung und Erhaltung der Gelbbauchunken- und Geburtshelferkrötenpopulation. Das erfordert die Entwicklung von so genannten Offenlandbiotopen, wie zum Beispiel Klein- und Kleinstgewässern, artenreichen Wiesenflächen, Hangschuttfluren usw. An einigen Stellen werden Waldflächen erhalten, an anderen Stellen werden Glatthaferwiesen bevorzugt. Auf jeden Fall muss einer unkontrollierten Verbuschung dauerhaft entgegengewirkt werden.
Ziege
Ziegen als "städtische Arbeiter" 
      
Eine Ziegenherde von ungefähr zwanzig Tieren bevölkert heute die Grube Weiß. Allgemein werden sie scherzhaft auch als städtische Arbeiter bezeichnet, deren Aufgabe darin besteht, Strauchwerk und Gebüsch zu verbeißen. Nachhaltig soll dadurch die Vegetation niedrig gehalten werden.
Ziege
Junge Bäume werden durch ständigen Verbiss am Weiterwachsen gehindert und sterben schließlich ab. Auch ältere Gehölze werden durch Abschälen der Rinde zum Absterben gebracht. Brechen durch Sturm oder Schnee Bäume um, verhindern die Ziegen den Jungwuchs in der entstandenen Lücke und erhalten diese.
Räumarbeiten
Aber auch Maschineneinsatz
 
Um den Lehrpfad begehbar zu machen, waren Räumarbeiten mit einer Raupe notwendig. Dabei wurden Wege hergerichtet und planiert. Die Fluss-Seeschwalbe, die ebenfalls auf der Grube Weiß heimisch ist, betrachtet die Arbeiten offenbar mit Interesse.
Wildblumenwiese
Wildblumenwiese / Glatthaferwiese
 
Um den Artenreichtum der Wildblumenwiesen langfristig zu erhalten, muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nährstoffeintrag und -entzug erreicht werden. In der Grube Weiß werden Wiesenflächen daher mit einer Kombination aus Mähen und Beweidung durch Ziegen gepflegt.
 
Der Rostfarbene Dickkopf umflattert die Blüten des Glatthafers auf der Suche nach Nektar. Die blütenreiche Wiese, die sich auf der Grube Weiß entwickelt hat, wird vom Glatthafer dominiert. Bis in die 1950er Jahre waren Glatthaferwiesen der ertragreichste Wiesentyp und wurden deshalb auch als Fettwiesen bezeichnet. Sie wurden organisch gedüngt und zweimal im Jahr gemäht. Die Blütenvielfalt lockt zahlreiche Pollen- und Nektarsammler an.
Für die meisten Tagfalter ist der Lebensraum Wiese unentbehrlich. Die erwachsenen Tiere brauchen Nektar als Treibstoff für ihre Flugaktivitäten. Ihre Raupen sind auf ganz bestimmte Nahrungspflanzen spezialisiert. Der Hauhechelbläuling (oben Mitte) flattert über Wiesen und Wegränder. Seine Raupen bevorzugen Schmetterlingsblütler. Der Schwalbenschwanz (unten rechts) findet sich auf stark blühenden Wiesen ein. Seine Raupen fressen vorwiegend die Blätter der Doldenblütler.
Wildblumenwiese

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